gestern saßen wir zusammen, ein paar Leute, und redeten über die Politik in Berlin. Auch über den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, der seine Stadt und den Rest der Welt wochenlang und detailreich belogen hat und, Stand gestern, partout nicht zurücktreten wollte.
Manche Politiker, sagte jemand, würden freiwillig nicht mal zurücktreten, wenn man ihnen einen bewaffneten Raubüberfall nachweisen könnte und Honorare aus dem Clan-Milieu. Um die von ihrem Sessel zu trennen, muss erst eine Eliteeinheit der Ledernacken im Büro auftauchen.
Wegners Partei, die Berliner CDU, steht am Abgrund.
Jemand sagte: „Giffey wäre mal wieder eine gute Bürgermeisterin. Auch ehrlicher. Na gut, dazu gehört bei Wegner nicht viel.“
Ich sagte: „Sie ist in der SPD. Der Berliner SPD war sie nicht anarcho genug.“
„Na und?“, sagte jemand. „Soll halt die CDU sie zur Bürgermeisterin wählen. Mit ihr als Kandidatin gewinnt die CDU garantiert. Und eine Koalition mit Giffey könnte die SPD schlecht ablehnen.“
Ich glaube, die Krise der alten Parteien hängt auch ein bisschen mit ihrem Personalangebot zusammen. Es werden zu oft Leute aufgestellt, die vor allem dem Parteiapparat gefallen. Stattdessen sollte man lieber Leute aufstellen, die beim Volk gut ankommen. Ein bisschen ehrlich sollten sie aber auch sein. Keine Pinocchios!
Geben Sie zu, dass ich recht habe.
Herzlich Ihr
Harald Martenstein
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