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Alexander Zverev: Am Montag ist er die Nummer 1

Alexander Zverev: Am Montag ist er die Nummer 1
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29. Oktober 2026, 20.20 Uhr, Stadthalle Wien. Die Tennisuhren im Nachbarland Deutschland stehen für einen Moment still. Alexander Zverev (29) hat soeben seinen Matchball im Achtelfinale der Erste Bank Open gegen den Niederländer Tallon Griekspoor (30) zum 6:4, 7:5 verwandelt. Damit ist klar: Am kommenden Montag ist der Hamburger die 30. Nummer 1 in der Geschichte der Weltrangliste, die es seit 1973 gibt, und nach Boris Becker (58) erst der zweite Deutsche. Der verletzte Italiener Jannik Sinner (25) ist entthront.

Zverev: „Für alle, die sich fragen, warum ich nach einem Sieg im Achtelfinale so juble: Ich bin die neue Nummer 1 der Welt! Es ist unfassbar, und es ist ein besonderes Gefühl zu wissen, dass ich am Montag die Nummer 1 der Welt bin. Das ist eines der besten Gefühle auf der Welt.“

Zuerst denkt er dann nicht an sich, sondern seine Liebsten. „Ich hätte das alles nicht geschafft ohne die Leute in meiner Box. Wir sind eine Mannschaft, sind seit fast 13 Jahren auf der Tour und wir haben alles miteinander erlebt. Ich habe nahezu dasselbe Team seit dem Beginn meiner Karriere: Mein Vater, Fitnesstrainer, Physio, die immer mit sind. Es ist umso besonderer, das in Wien zu feiern, denn es ist der deutschsprachige Raum und es ist hier eines meiner absoluten Lieblingsstadien. Immer voll, eine Wahnsinns-Atmosphäre.“

Feuchte Augen waren nicht selten in diesen Minuten. Vater Alexander Zverev senior (66) durfte zuerst auf den Centre Court, auf dem eine riesige Eins aufgebaut wurde. Das Vater-Sohn-Foto, einer der berührendsten Momente im Sportjahr 2026. Die Rührung in den Augen des Papas, der von klein auf der Trainer seines Sohnes ist, war nicht zu übersehen. Dann durften sie alle mit auf den Platz, von Physio Bastian Arnold über Kumpel Marcelo Melo bis zu Freundin Sophia Thomalla.

Alcaraz gratulierte schon vorher

Es ist aber ein Triumph mit einem Kuriosum vor dem Matchball. Eine Platte in der Bande an einer Stirnseite löste sich, nachdem Zverevs Ball dagegen geprallt war. Das darunter befindliche blaue grelle Licht blendete den gegenüber stehenden Deutschen. Das Handtuch eines Zuschauers rettete die Situation. Standesgemäß mit einem Ass holt sich Zverev Sekunden später die Nummer 1. Der 583. Sieg auf der ATP-Tour sorgt für eine der Sternstunden des deutschen Tennis. Zverev reißt die Arme hoch, läuft zu seiner Box, in der auch Thomalla (37) sitzt. Der Veranstalter ist bestens vorbereitet, spielt ein Video mit Szenen aus der Karriere ein.

„Wenigstens eine Woche mal Nummer 1 sein“, so formulierte der Olympiasieger von 2021 seit Jahren eines seiner beiden großen Ziele. Das andere, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, schaffte er in diesem Jahr gleich doppelt, bei den French Open und den US Open. Nun also der Sprung an die Spitze der Tennis-Welt. „Absolut verdient! Beim Tennis geht es nicht nur darum, an einem Tag sein bestes Tennis zu spielen, sondern um die Konstanz während des gesamten Jahres. Es gibt Spieler, die ein höheres Niveau haben, und Spieler, die körperlich besser in Form sind. Er ist beides“, lobte Carlos Alcaraz (23), die Nummer 3 der Welt, schon vorab.

Zverev wird, das steht schon länger fest, als erster deutscher Mann am Jahresende die Nummer 1 sein und ist der älteste Spieler überhaupt, der das zum ersten Mal schafft. Eine weitere Bestmarke war in diesem Jahr, dass er der erste männliche deutsche Profi wurde, der in seiner Karriere die Finals bei allen vier Grand Slams erreichte. Das schaffte selbst Tennis-Ikone Becker, der in Paris nie ins Endspiel kam, nicht.

Zverev kann Becker überholen

Apropos Becker. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger war der bislang einzige deutsche Mann an der Spitze des Rankings. 1991 war er in zwei Etappen über insgesamt zwölf Wochen vorn. Nun wird Zverev ihn in dieser Wertung aller Voraussicht nach überholen. Bis zum Ende der Australian Open am 31. Januar wird Zverev von Platz 1 kaum zu verdrängen sein. Dann stünde er 13 Wochen auf dem Platz an der Sonne.

Der bisherige Weltranglisten-Erste Jannik Sinner (25) wird erst 2027 wieder ATP-Turniere spielen. Er verliert in diesem Jahr noch 2500 Punkte für seine Siege vor zwölf Monaten beim Masters in Paris und den ATP Finals, der WM. Spielt Zverev dort gut, kann er ein ordentliches Polster zwischen sich und den Italiener legen.

Die zwei Grand-Slam-Titel, die Nummer 1 und der Sport-Bild-Award als „Star des Jahres“ müssen noch längst nicht alle Erfolge dieses Jahr gewesen sein. Nach der WM im November, wo sein dritter WM-Titel wartet, folgt noch die Davis-Cup-Endrunde in Bologna. Und bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ ist er der haushohe Favorit. Was für ein Jahr!

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