Hauptnachrichten

Gericht stoppt Überwachung von Maddie-Verdächtigem

Gericht stoppt Überwachung von Maddie-Verdächtigem
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Kiel (Schleswig-Holstein) – Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hat ein Gericht die polizeiliche Überwachung von Christian Brückner (49) gestoppt. Der Deutsche gilt als Hauptverdächtiger im Fall der 2007 verschwundenen Madeleine „Maddie“ McCann. Die Kieler Polizei legte bereits Beschwerde gegen die Entscheidung ein.

Trotz des Gerichtsbeschlusses erfüllen die Beamten weiterhin ihre „Aufgaben zur Gefahrenabwehr und zur Strafverfolgung“, wie sie am Donnerstag mitteilten.

Noch immer keine Anklage im Fall Maddie

Bereits im Juni hatte ein Gericht eine Verlängerung der Observation für Brückner abgelehnt. Dagegen hatte die Kieler Polizei erfolgreich Beschwerde eingelegt, die Maßnahme konnte doch weiterlaufen.

Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig betrachtet den 49-Jährigen als Mordverdächtigen im Fall der in Portugal verschwundenen Maddie. Eine Anklage erhob sie bislang jedoch nicht. Der unter anderem mehrfach wegen Sexualverbrechen vorbestrafte Brückner verbrachte viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. Zuletzt verbüßte er bis September 2025 eine siebenjährige Haftstrafe wegen einer Vergewaltigung in Portugal. Er ist seitdem in Freiheit, er lebt in einer städtischen Unterkunft in Kiel (Schleswig-Holstein).

Brückner gilt weiter als gefährlich

Laut Einschätzung eines Gerichtsgutachters besteht bei Brückner eine große Gefahr für weitere Straftaten. Es gibt aktuell aber keine Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen. Im Rahmen der Führungsaufsicht wurden ihm Weisungen erteilt. Unter anderem muss er eine elektronische Fußfessel zur Positionsbestimmung tragen. Dazu kommt eine Observation durch die Polizei. Sie gehört nicht zur Führungsaufsicht, sondern zur Gefahrenabwehr.

Die dreijährige Maddie war im Mai 2007 aus einer Ferienwohnung in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant aßen. Seither fehlt von dem kleinen Mädchen jede Spur, der Kriminalfall sorgt seitdem für großes internationales Medieninteresse. Nach Angaben deutscher Ermittlungsbehörden lebte Brückner früher zeitweise in Portugal.

Vielleicht verpasst