Berlin – Die Trinkpause bei der WM wird zum Politikum – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert jetzt eine „Hydration Break“ für Millionen Arbeitnehmer in Europa, also eine verpflichtende Erfrischungspause.
Drei Minuten Trinkpause zur Halbzeit – so will die Fifa die Spieler bei der WM zumindest offiziell vor der Sommerhitze schützen. Andere wiederum sehen darin lediglich die Möglichkeit einer zusätzlichen Werbepause. EGB-Generalsekretärin Esther Lynch findet die Trinkpause vorbildlich: „Ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit angepasst werden kann.“ Ihr Appell: Was für Fußballstars gilt, muss auch für Bauarbeiter, Obstpflücker und Busfahrer gelten – und zwar länger als drei Minuten!
Mehr als 40 Grad in Deutschland erwartet
Der EGB vertritt 45 Millionen Beschäftigte aus 94 Gewerkschaften in 42 Ländern. Ihre Forderung an die EU-Kommission ist klar: ein Recht auf Hitzepausen ohne Lohnabzug. Lynch macht Druck: „Die WM-Abkühlpausen haben das Augenmerk auf die Gefahr gelenkt, die von extremer Hitze für Beschäftigte ausgeht.“ Das Risiko, am Arbeitsplatz aufgrund der Hitze zu sterben, steige laut EGB um bis zu sieben Prozent, wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern – und um bis zu 15 Prozent bei über 38 Grad.
Auch hierzulande läuft der Sommer auf Hochtouren. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuletzt für weite Teile der Bundesrepublik Hitzewarnungen ausgegeben. Heute und in den kommenden Tagen werden Temperaturen über 40 Grad erwartet.