Mailand – Eine Fußball-Institution muss weichen – und ihr Nachfolger erntet schon vor dem ersten Spatenstich Spott! Das legendäre San Siro in Mailand soll größtenteils abgerissen werden. Stattdessen wollen Inter und AC Mailand ein neues Stadion direkt neben ihrer bisherigen Heimat bauen. Doch der erste Entwurf für das künftige „Generali Stadion“ sorgt bei den Fans nicht gerade für Begeisterung.
Am Donnerstag wurde das Projekt im Castello Sforzesco in Mailand vorgestellt. Ab der Saison 2031/32 soll das neue Stadion, das Platz für 71.500 Zuschauer bietet, die Heimat der beiden italienischen Traditionsklubs werden. Die Baukosten werden auf rund 2,3 Milliarden Euro veranschlagt. Der Bau soll 2028 beginnen. Bis zur Eröffnung bleibt das San Siro in Betrieb.
Schon während der Präsentation durch das renommierte Londoner Architekturbüro Foster + Partners und dessen Partner David Manica machten Inter-Anhänger ihrem Ärger Luft. Sie skandierten: „Hände weg vom San Siro!“ Dazu stand auf einem Banner: „Ihr werdet die Lichter des San Siro niemals löschen!“
„Eine 70.000-Platz-Waschmaschine“
Auch im Netz hagelt es Spott. Ein Nutzer bezeichnete den Entwurf als eine „70.000-Platz-Waschmaschine“. Andere schrieben: „Noch eine seelenlose Arena“ oder „Das sieht aus wie eine Heißluftfritteuse“. Einer bezeichnete den Entwurf als „nettes Einkaufszentrum“ und noch ein weiterer kommentierte die Pläne mit „traurig und deprimierend“. In einem weiteren Kommentar hieß es: „Es ist schlichtweg ein Skandal, ein legendäres Stadion wie das San Siro zu zerstören. Es ist Teil der Weltfußballgeschichte und muss erhalten bleiben!“
Das San Siro öffnete 1926 seine Pforten. Vier Champions-League-Endspiele wurden hier bereits ausgetragen. Zudem war es Teil der Weltmeisterschaften 1934 und 1990 sowie der Europameisterschaft 1980. Mit 75.923 Plätzen ist es das aktuell größte Stadion in der Serie A.
So soll der San-Siro-Nachfolger aussehen
Der Neubau soll deutlich moderner werden als die bisherige Fußball-Kathedrale. Statt der markanten Säulen und roten Stahlträger bekommt das ovale Stadion eine Außenfassade mit X-förmigen Stahlstrukturen und ein doppelt geschwungenes Dach. LED-Beleuchtung soll die Vereinsfarben von Inter und Milan auf die Fassade bringen können. Im Inneren sind besonders steile Tribünen hinter den Toren mit 37 Grad Neigung geplant. Ein verglaster Spielertunnel soll die Fans ganz nah an die Profis heranbringen.
Doch das Stadion ist nur ein Teil des Mega-Projekts. Auf dem 80.000 Quadratmeter großen Gelände sollen zusätzlich ein Einkaufszentrum, Büros, ein Hotel, ein Park, ein Museum, ein medizinisches Zentrum und ein Fan-Shop entstehen. Auch Konzerte, Rugby-Partien und NFL-Spiele sind geplant. Bei der EM 2032 in Italien und der Türkei könnte in der neuen Arena sogar das Endspiel stattfinden.