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69 Tote, viele Vermisste: Die Gesichter der Zugkatastrophe von Toledo

69 Tote, viele Vermisste: Die Gesichter der Zugkatastrophe von Toledo
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Toledo (Spanien) – Ihre Leben waren völlig unterschiedlich – Journalisten, Sportler, Komponisten, Physiotherapeuten. Manche waren nach Spanien gereist, um Urlaub zu machen. Andere, um zu arbeiten. Doch am Mittwoch stiegen sie alle in denselben Schnellzug Richtung Andalusien – und fuhren in eine Katastrophe: Zwei Hochgeschwindigkeitszüge rasten bei Toledo ineinander. Mindestens 69 Menschen kamen ums Leben. Viele weitere werden noch vermisst.

Hinter jeder dieser Zahlen steckt ein Mensch, ein Leben, eine Geschichte. BILD zeigt die Gesichter der Katastrophe.

Noch immer läuft die Identifizierung der Opfer. Laut RTVE sind bislang 13 Todesopfer offiziell identifiziert. Fast 50 Autopsien haben die Rechtsmediziner bereits vorgenommen.

Yassin (23) aus Berlin nach Zugunglück vermisst

Yassin El-Jawadi (23) lebt und arbeitet in Berlin. Er reiste nach Spanien, um sich die La-Liga-Partie zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid anzuschauen, schreibt die spanische Zeitung „El Mundo“. Anschließend wollte er offenbar noch nach Sevilla reisen. Von dort aus sollte er am Samstag zurück nach Berlin fliegen. Nach Angaben seiner Familie könnte er mit dem Renfe-AVE-Zug 2080 unterwegs gewesen sein, der auf den Iryo-Zug auffuhr. Seit dem Zugunglück wird er vermisst. Seine Familie wartet auf Informationen.

Weitspringerin stirbt bei Katastrophe

Auch Weitspringerin Julieta Gallego (24), die zuletzt in Berlin lebte und eine deutsche Schule in Madrid besuchte, saß in einem der Züge. Die junge Frau gilt inzwischen als tot. Das bestätigte der Königliche Spanische Leichtathletikverband (RFEA) in sozialen Medien. Gallego ging in Berlin für die Leichtathletikgemeinschaft LAC Berlin an den Start. In ihrer spanischen Heimat war die Athletin weiterhin mit dem Madrider Verein AD Sprint verbunden. Vor wenigen Wochen feierte sie ihren 24. Geburtstag.

TV-Reporter war auf dem Weg zum Interview

Der spanische Fernsehreporter Raul Trigero (43) fuhr nach Sevilla, um Amador Mohedano, den Bruder der bekannten Flamenco-Sängerin Rocio Jurado, zu interviewen. Der Reporter berichtete für das TV-Magazin „¡De viernes!“ über Stars und Sternchen. Seit dem Zugunglück gibt es keine Informationen zu seinem Verbleib – er wird vermisst.

Komponistin wollte zu einer Ehrung reisen

Die preisgekrönte Komponistin Marisa Manchado (70) war auf dem Weg zu einer Veranstaltung an der Universität Sevilla. Zu ihren Ehren sollte dort eine Podiumsdiskussion über ihr Schaffen stattfinden. Manchado wurde 2024 mit dem Nationalen Musikpreis ausgezeichnet. Sie war Psychologin, Pianistin und Doktorin der Musik.

Sie studierte unter anderem in Darmstadt, Stockholm, Paris, Rom und Turin. Die Asociación Mujeres en la Música und ihr enges Umfeld bestätigten der Zeitung „El País“, dass sie sich in Wagen 6 des betroffenen AVE-Zuges befand. Sie wird aktuell vermisst.

Lokführer zog die Notbremse

Antonio Acedo (36) war der Lokführer des Renfe-AVE-Zuges 2080. Er verbrachte die letzten Sekunden seines Lebens damit, zu versuchen, den Zug abzubremsen. Er zog die Notbremse – das berichtet die „Olive Press“. Damit rettete er möglicherweise Hunderten Passagieren im hinteren Teil seines Zuges das Leben. Er verringerte die Geschwindigkeit dadurch auf rund 160 km/h, heißt es in spanischen Medien. Acedo kam bei dem Unglück ums Leben. Seine Frau erwartet ein Baby. In wenigen Monaten wäre er Vater geworden.

Verpasster Zug rettete ihm vermutlich das Leben

Rodrigo H. (26) lebt im US-Bundesstaat Oklahoma. Er besuchte zusammen mit seinem Cousin Fernando und dessen Ehemann Lawrence Spanien, um dort seinen Geburtstag zu feiern. Am Mittwochmorgen verschlief er, weil er bis zum frühen Morgen feierte, und verpasste deshalb seinen Zug nach Sevilla. Sein Cousin wird vermisst, der Ehemann Lawrence überlebte schwer verletzt.

Diese Reise war ein Geschenk ihrer Kinder

Das Ehepaar Antonio C. (59) und Toñi B. (59) hatte die Fahrt und zwei Tage Aufenthalt in Sevilla von seinen Kindern geschenkt bekommen. Im Zug saßen die beiden auf den Plätzen 9A und 9B in Wagen 7. Nach dem Unglück wurden beide verletzt geborgen und in verschiedenen Krankenwagen abtransportiert. Antonio Chao kam in die Uniklinik nach Toledo. Von seiner Frau fehlte dagegen 24 Stunden lang jede Spur. Dann erhielt die Familie die traurige Gewissheit: Toñi war gestorben.

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