Washington – Der Iran-Krieg, hohe Spritpreise, Teuerungen, Massenabschiebungen, Rekordschulden – die Liste ernster Themen bleibt im Finale des Wahlkampfs für die Kongress-Zwischenwahlen („Midterms“, 3. November) lang. Am hitzigsten wird aber gerade über etwas ganz anderes gezofft: das Golddekor im Oval Office von US-Präsident Donald Trump (80)! Begonnen hatte die Posse mit einer spitzen Bemerkung von Ex-Präsident Barack Obama (65). Der hatte sich über Trumps Bau- und Dekorierwut lustig gemacht.
Der Präsident solle bei HGTV arbeiten, einem US-Kabelkanal für Haus- und Gartensendungen, ulkte der Demokrat. „Und was ist mit dem ganzen Gold?“, fragte Obama unter Gelächter: „Das Weiße Haus sieht aus, als hätte Saddam Hussein eine ‚Cheesecake Factory‘ eröffnet.“ Damit spielte er auf die beliebte Restaurantkette mit ihrer opulenten Inneneinrichtung an.
Obama und Clinton lästern über Trumps Weißes Haus
Ein weiterer Ex-Präsident schlug in dieselbe Kerbe: Bill Clinton (80) machte sich bei einem Auftritt über den neu gestalteten Rosengarten lustig, den Trump zubetonieren und mit pastellfarbenen Sonnenschirmen ausstatten ließ. Das sehe jetzt aus wie der Eingang zum Badezimmer von Liberace (1919–1987), dem für glitzernde Kostüme und protzigen Luxus bekannten Star-Pianisten.
Trump reagierte gekränkt: Ganze sieben Minuten sprach er bei einem Wahlkampfauftritt über Obamas Lästereien. So konterte er den Vorwurf, zu viel Zeit mit Renovierungen zu verbringen: Das gehe schnell bei ihm, er sei ein Talent und alles werde rasch „wunderschön“. Es sei seine Verantwortung, das historische Gebäude auf Hochglanz zu bringen. Er habe das Weiße Haus einst von Obama in einem „desolaten Zustand“ übernommen.
33 Prozent aller Flächen mit Gold bedeckt
Fest steht: Trump schuf einen Gold-Palast. 24 Präsidentenporträts hängen in dicken Goldrahmen an den Wänden, goldene Wandornamente wurden angebracht, kleine vergoldete Engelsfiguren verzieren die Türrahmen. Auf dem berühmten Kaminsims stehen sieben goldfarbene Vasen, Figuren, Adlerstatuen und weitere Dekorationsstücke. Verwendet wurde auch 24-karätiges Blattgold. Die „New York Times“ berechnete, dass inzwischen 33 Prozent der Wand-, Tür-, Decken- und Zierleistenflächen mit goldenem Dekor bedeckt sind.
Trump stieß in Washington zudem zahlreiche Bau- und Renovierungsprojekte an: einen neuen Mega-Ballsaal, einen Hubschrauberlandeplatz aus Granit, einen Triumphbogen, neue Brunnen und einen turniertauglichen Golfplatz. Für Kritiker ist das Ausdruck eines geradezu monarchischen Gehabes.