Braunschweig – Es war ein unfassbares Martyrium, das eine 32-Jährige offenbar über Jahre ertragen musste. Die Familie, bei der sie putzte, soll die Frau systematisch gequält und gefoltert haben. Angeblich wurden die schrecklichen Taten sogar gefilmt. Seit heute sitzt das Folterpaar auf der Anklagebank am Landgericht Braunschweig. Auch die Tochter (29) des Paares und ihr Lebensgefährte (54) sollen beteiligt gewesen sein und sind ebenfalls angeklagt.
Zunge auf Brett genagelt, Haut verbrannt
Das Opfer wohnte bei Oliver (50) und Dagmar K. (63) in Salzgitter (Niedersachsen), half im Haushalt und putzte. Doch irgendwann schlug das Arbeitsverhältnis offenbar in Gewalt um. Die Vorwürfe, die nach der Festnahme des Paares im März 2026 bekannt wurden, sind unvorstellbar: Die Angeklagten sollen die Zunge der Frau auf ein Brett genagelt haben. Sie sollen ihr Opfer gezwungen haben, sich selbst mit einer Zange Zähne zu ziehen. Außerdem soll sie mit einem Baseballschläger verprügelt, einem Bunsenbrenner verbrannt worden sein.
Angeklagte schwiegen bisher zu Folter-Vorwürfen
Nachbarn berichteten BILD, dass ihnen auffiel, wie die Frau immer weniger Zähne im Mund hatte. Sie wollen auch Schreie gehört haben. Doch das Opfer schwieg, wenn es angesprochen wurde. Erst zu einem anderen Zeitpunkt vertraute sich die Frau einer Bekannten an, erzählte von ihrem Martyrium. Die Polizei wurde informiert, nahm das Folter-Paar fest.
Laut Anklage dauerten die Taten fast fünf Jahre. Die Angeklagten haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Für den Prozess sind bislang 19 Verhandlungstage bis März 2027 angesetzt.