Berlin - Es war der ungewöhnlichste „Höhepunkt“ beim Nato-Gipfel in Ankara. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (72) drückte unserem Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und anderen Regierungschefs zum Abschied ein Holzkästchen in die Hand. Der Inhalt: ein echter, blitzblanker Luxus-Revolver (Modell: Sarsilmaz SR 38). Doch was passiert jetzt mit der Waffe und wie denkt der Kanzler über das merkwürdige Geschenk? „Der Kanzler freut sich über alle Geschenke als Wertschätzung. Alle Geschenke werden respektiert“, so ein Regierungssprecher zu BILD.
Die türkischen Gastgeber hatten sich besonders viel Mühe gegeben: Der Name „Friedrich Merz“ war in den Lauf graviert! Dazu gab es eine Schachtel scharfer Munition, was besonders die Sicherheitskräfte des Kanzlers irritierte.
Der türkische Präsident dachte, er mache unserem Regierungschef eine Freude, doch bei den deutschen Sicherheitsbehörden schrillten sofort die Alarmglocken. Eine scharfe Waffe mitsamt Munition im Regierungsflieger? Illegal! Eine scharfe Waffe für den Kanzler privat? In Deutschland ohne Waffenbesitzkarte streng verboten!
Merz durfte seine neue Waffe gar nicht mit nach Hause nehmen. Er musste das Prachtstück in der Türkei zurücklassen. Der Luxus-Revolver wurde direkt nach dem Gipfel der deutschen Botschaft in Ankara übergeben. Dort liegt er aktuell sicher unter Verschluss. Die Waffe wird nun streng gesichert auf offiziellem Dienstweg nach Berlin eingeflogen.
Ab diesem Wert muss Merz Geschenke abgeben
Merz darf den Revolver nicht behalten. Alle Geschenke, die den Wert von 150 Euro übersteigen (in der Bundesregierung gilt meist die 150-Euro-Grenze für die Annahme), gehören dem Staat. Die Waffe wandert direkt in die streng bewachte, klimatisierte Geschenkesammlung des Bundeskanzleramts.
Experten sollen den Revolver dauerhaft unbrauchbar machen. Aus der tödlichen Waffe wird ein harmloses Ausstellungsstück. Dort könnte die Waffe bald auch neben einem Geschenk aufgestellt liegen, das der Kanzler bei einem Staatsbesuch im arabischen Raum bekommen hat und das ihm bestimmt besser gefallen hat als der Revolver: Es war ein vergoldetes Modell seines Privatflugzeugs unter einer Glaskuppel. Doch auch das musste der Hobbypilot abgeben – zu wertvoll!