Politik

Dieter Nuhr: Über Gewalt gegen Frauen lustig gemacht? Er wehrt sich

Dieter Nuhr: Über Gewalt gegen Frauen lustig gemacht? Er wehrt sich
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Berlin – Nuhr falsch verstanden? Nach Aufregung um einen Witz in seiner Sendung spricht Dieter Nuhr (65) jetzt selbst: Auf Facebook teilte der Kabarettist einen langen Beitrag, in dem er zum aufgeworfenen Vorwurf Stellung nimmt, er habe sich über Frauenmorde witzig gemacht: „Habe ich noch nie gemacht. Werde ich auch nie tun“, stellte Nuhr klar. Auslöser der Debatte ist ein viral gegangenes Video der Influencerin Josephine Schreiber. Darin empört sie sich über die Sendung „Nuhr im Ersten XXL“ vom 18. Juni. Auch BILD berichtete darüber. Schreibers Vorwurf: Nuhr mache sich über weibliche Gewaltopfer lustig, „bezahlt mit unseren Rundfunkgebühren“. Grund: In einer Passage sprach Nuhr über den erhobenen Vorwurf, Männer übten „strukturell“ Gewalt aus. „Die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch gleich null“. Und weiter: Es sei zu empfehlen, dass man „den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht erst einmal kennenlernt“.

Nuhr: „Sendung nicht einmal gesehen“

Influencerin Schreiber reagierte sarkastisch: „Tote Frauen, diese kleinen Schlampen, die mit jedem gleich ins Bett hüpfen, den sie gar nicht kennen und dann ermordet werden haha“. Dann folgt ein Cut und Schreiber spricht über ihren Ex-Freund, der zuerst ein „absolut lieber Mensch“ gewesen sei, ihr später dann aber die Nase gebrochen habe. Ihre Botschaft: Auch bekannten Männern könne man nicht trauen – Nuhrs Witz schiebe Gewaltopfern die Schuld zu.

Nuhr wirft der Mehrheit seiner Kritiker dagegen vor, die Sendung überhaupt nicht gesehen zu haben. „Sonst hätte sie wahrgenommen, dass es in ‚Nuhr im Ersten‘ um etwas ganz anderes ging.“ Nämlich „um mehrere Artikel in großen deutschen Zeitungen, in denen Frauen infrage stellten, noch mit Männern leben zu können, weil diese ‚statistisch töten‘“. Auf diese Verunglimpfung habe er aufmerksam machen und die Statistik einordnen wollen: „Und dass man bei der Partnerwahl gelassen bleiben kann.“

Gelassen blieb auch der „rbb“, der die Sendung produziert. Auf BILD-Anfrage teilte die ARD-Anstalt mit, dass man die Kritik an der Passage zwar nachvollziehen könne. Aber: Als Künstler dürfe Nuhr „vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren“.

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