Berlin â Schlechte Nachrichten fĂŒr Finanzminister Lars Klingbeil. Der SPD-Finanzminister will die Tabaksteuer in zwei Stufen drastisch erhöhen â um satte 20 Prozent. Sein Plan: mehr Geld fĂŒr den klammen Haushalt. Doch jetzt zerschlagen Experten die Klingbeil-Rechnung. Der Steuerzahlerbund warnt in einer 28-seitigen Studie, die BILD vorliegt: Die SteuerplĂ€ne könnten nach hinten losgehen. Die Extra-Steuermilliarden dĂŒrften kleiner ausfallen, als man sich das im Finanzministerium ausrechnet.
Die Experten sprechen von der âmit Abstand gröĂten Tabaksteuererhöhung in der Geschichte des wiedervereinigten Deutschlandsâ â und fordern die Koalition auf, Klingbeils PlĂ€ne zu stoppen.
Tabak-Plan ging schon einmal nach hinten los
Der Grund: Schon einmal kassierte sich der Staat an der Zigarette die Finger wund. Vor rund 20 Jahren stieg die Steuer auf GlimmstÀngel binnen drei Jahren um mehr als 50 Prozent. Auch damals trÀumte der Fiskus von sprudelnden Einnahmen. Doch die Raucher wichen aus: ins Ausland, auf den Schwarzmarkt, zu unversteuerten Zigaretten.
Die Bilanz: Statt fast 16 Milliarden Euro jÀhrlich landeten am Ende nur etwas mehr als 14 Milliarden Euro in der Staatskasse. Der Anteil nicht versteuerter Zigaretten kletterte von 16,1 Prozent im Jahr 2004 auf rund 20 Prozent im Jahr 2007.
Doch die aktuelle Lage sei gravierender als einst. Denn die Menschen seien derzeit durch Inflation und hohe Lebenshaltungskosten ohnehin belastet. Massive PreissprĂŒnge bei Zigaretten könnten viele Verbraucher nicht vom Rauchen abbringen, sondern in den illegalen Handel treiben.
Anders sehen Experten die Lage bei Alternativen wie E-Zigaretten, Tabakerhitzern und Nikotinbeuteln. Diese Produkte könnten Rauchern helfen, vom besonders schĂ€dlichen Verbrennen von Tabak wegzukommen. Deshalb sollten weitere Steuererhöhungen dort vermieden werden. WĂŒrde der Staat zudem gegen den Schwarzmarkt vorgehen, âkönnten dadurch zusĂ€tzliche Steuereinnahmen im dreistelligen Millionenbereich erzielt werden.â