Politics

Brandbrief an Bärbel Bas: „Ändern Sie Ihren Kurs oder treten Sie zurück“

Brandbrief an Bärbel Bas: „Ändern Sie Ihren Kurs oder treten Sie zurück“
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Martin Herrenknecht (83) ist einer der wichtigsten deutschen Industrieunternehmer. Vor fast 50 Jahren gründete er sein Unternehmen in Baden-Württemberg – heute ist die Herrenknecht AG Weltmarktführer für Tunnelbohrmaschinen. Die riesigen Maschinen kommen bei Mega-Projekten rund um den Globus zum Einsatz, von U-Bahn-Tunneln bis zu Bahn- und Straßentrassen.

In BILD rechnet er in einem Brandbrief ab – denn der Unternehmer, selbst CDU-Mitglied, ist, wie er selbst sagt, „stinksauer“, da die deutsche Wirtschaft den Anschluss verliere – und „in Berlin wird weiter geredet statt gehandelt“. BILD veröffentlicht den Brief in voller Länge:

Deutschlands Wirtschaft schmiert ab

„Deutschlands Wirtschaft schmiert ab – und das nicht erst, seit die Straße von Hormus blockiert ist. Immer mehr Unternehmen gehen pleite oder verlagern ihre Produktion ins Ausland. Jede Woche verschwinden Hunderte Industriejobs in Deutschland!

Und die Bundesregierung? Verliert sich seit Monaten im Klein-Klein. Kriegt nichts auf die Kette. Entlastungsprämie und Tankrabatt? Ein schlimmer Schuss in den Ofen.

Dabei ist klar, wo jetzt angesetzt werden muss: Wenn es den Unternehmen gut geht, geht es auch unserem Land und den Menschen gut. Und – auch wenn das in der SPD nicht jeder hören will: Wenn die Wirtschaft nicht läuft, ist schnell das Geld weg – für Renten, für soziale Sicherheit, für alles.

Alle müssen einen Beitrag leisten

Bundeskanzler Merz hat das verstanden. Er weiß, dass jetzt nur grundlegende Strukturreformen helfen: Energie und Arbeitskosten runter, Bürokratie abbauen, Leistungsanreize setzen. Und wir müssen endlich schneller und umfassend in unsere Infrastruktur investieren. Nur so kommt unser Land wieder nach vorn.

Wenn wir unsere Position in der globalen Wirtschaft halten wollen, müssen alle einen Beitrag leisten. Mehr arbeiten statt weniger, später in Rente gehen. Das ist die harte Realität.

Ich bin beruflich in der ganzen Welt unterwegs. In China, Indien, Nordamerika. Ich spreche viel mit Unternehmern und Politikern. Und glauben Sie mir: Die lachen sich schlapp über uns. Während dort entschieden und gemacht wird, diskutieren wir uns hier tot – oder blockieren alles, wie unsere Arbeitsministerin Frau Bas.

Statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, der „Bullshit“-Kommentar Richtung Merz. So redet man nicht mit dem Bundeskanzler. Aber das eigentliche Problem liegt tiefer.

Die SPD hat ihren Kompass verloren. Sie war mal die Partei der Arbeiter. Ich arbeite jeden Tag – hier in Deutschland – mit Schweißern, Monteuren, Facharbeitern. Die haben die Schnauze voll. Die wollen arbeiten. Die wollen vorankommen. Aber vor allem wollen die, dass sich Leistung wieder lohnt – und zwar im Geldbeutel.

Politik an den Menschen vorbei

Und was macht die Bas-SPD? Bläht den Sozialstaat auf, statt Leistung zu stärken. Das ist keine Politik für Arbeiterinnen und Arbeiter. Das ist Politik an den Menschen vorbei. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Leute am Ende AfD wählen – und das führt zur Katastrophe.

Frau Bas, kommen Sie zu mir nach Schwanau. Sprechen Sie mit meinen Beschäftigten. Dann sehen Sie, was wirklich los ist. Dass ich als CDU-Unternehmer der Arbeits(!)ministerin erklären muss, was ihre Kernaufgabe ist, ist eigentlich ein Witz. Andere in der SPD haben das längst verstanden. Finanzminister Klingbeil zeigt immer wieder, dass er mit Merz arbeiten kann und zu Kompromissen fähig ist.

Mein Appell: Frau Bas, lassen Sie sich nicht länger von Parteilinken und Gewerkschaften treiben. Ändern Sie Ihren Kurs. Oder stehen Sie dieser Koalition nicht länger im Weg. Treten Sie zurück!“

You may have missed