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Trump erhält DFB-Trikot von Merz – Kann Geschenk das Verhältnis kitten?

Trump erhält DFB-Trikot von Merz – Kann Geschenk das Verhältnis kitten?
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Évian-les-Bains – Man kann nicht sagen, dass der Kanzler keine originellen Ideen hätte, was Geschenke für Donald Trump betrifft. Zum großen Auftakt der Staatslenker-Runde bei G7 überreichte Friedrich Merz (70, CDU) dem US-Präsidenten – topaktuell zur Fußball-WM in den USA – ein Trikot der deutschen Nationalelf. Der Clou: Das Trikot ist beflockt mit 47 (weil Trump der 47. Präsident ist) und dem Namen Trump.

Das Geschenk ist nachträglich zum 80. Geburtstag des Präsidenten gedacht. Eine handschriftliche Gratulationskarte hatte Merz schon am Sonntag durch einen Boten in Washington abgeben lassen.

Wird’s nun wieder besser zwischen den beiden?

Fakt ist: Der G-7-Gipfel in der Mineralwasser-Stadt Evian-les-Bains am Genfer See ist der Schauplatz des ersten Aufeinandertreffens zwischen dem Kanzler und Donald Trump, nachdem er den US-Präsidenten mit Äußerungen über den Iran-Krieg (USA von Iran „gedemütigt“) Ende April gegen sich aufgebracht hatte. Das gute Verhältnis zum US-Präsidenten, an dem Merz lange strategisch gearbeitet hatte, schien schwer beschädigt.

Trump ätzte, Merz solle lieber „sein kaputtes Land in Ordnung bringen“, statt sich beim Thema Iran einzumischen. Autsch. Das Problem war, dass Merz – wohl unbedacht – Trump mit der Äußerung selbst gedemütigt hatte. Und für Trump gilt: In solchen Fällen schlägt er zurück.

Dabei hatte Merz (u.a. mit zwei akribisch vorbereiteten Washington-Reisen) alles daran gesetzt, sich beim US-Präsidenten beliebt zu machen. Er wollte Trumps erster Ansprechpartner in Europa sein, hatte 2020 gesagt: „Trump und ich, wir kämen schon klar.“

Bei einer Klausur des Unions-Fraktionsvorstands, die nach dem Eklat stattfand, hatte Merz den Konflikt nach BILD-Informationen heruntergespielt. Tenor: Sein Verhältnis zu Trump sei so gut, da würde ein kritisches Statement seinerseits keinen Schaden verursachen.

Sorgfältige Annäherung

Tatsächlich verfolgt Merz seit dem Eklat aber den Kurs einer sorgfältig überlegten Wiederannäherung. Kann das Trikot Trump milde stimmen? Politologe Benjamin Höhne sagt: „Trump zu umgarnen, ist sicherlich nie verkehrt. Aber an der Machtasymmetrie ändert sich dadurch nichts.“ Heißt: Deutschland muss in der transatlantischen Partnerschaft aktuell weiter kleine Brötchen backen.

Merz selbst hatte Mitte Mai mit Trump zum ersten Mal nach dem Eklat wieder telefoniert. Fakt ist: Trump will beim G-7-Gipfel nach Angaben aus Washington über das weitere Vorgehen in Nahost (mögliches Rahmenabkommen) sprechen. Dabei soll es auch um eine Beteiligung moderner deutscher Minenjagdboote bei der Räumung in der Straße von Hormus gehen. „Wir wollen uns mit unseren Partnern bei der Gewährleistung freier Schifffahrt in der Straße von Hormus engagieren“, sagte Merz am Montag vor dem Abflug. Tatsächlich kann Deutschland den USA hier etwas bieten.

Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um das Verhältnis zwischen beiden zu kitten. Trump schätzt gute Deals. Problem: Mit dem gleichen Ansinnen ist jetzt auch schon G7-Gastgeber Macron bei Trump abgeblitzt. „Ich denke, wir brauchen nicht viel Hilfe, da wir ja ein Abkommen haben.“ „Vielleicht ist es aber keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dortzuhaben.“

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