Cuxhaven/Dresden – Spektakulärer Fund auf dem Marineflugplatz Nordholz: Bei Bauarbeiten stießen Arbeiter zufällig auf einen nahezu vollständig erhaltenen Wehrmachtspanzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Das rund 29 Tonnen schwere Sturmgeschütz vom Typ StuG III lag offenbar seit rund 80 Jahren im Sand verborgen.
Zunächst ragte nur ein rostiges Metallteil aus dem Boden. Doch bei den weiteren Arbeiten auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz (Landkreis Cuxhaven) in Niedersachsen kam nach und nach das komplette Kettenfahrzeug zum Vorschein. Experten sprechen von einem außergewöhnlichen Fund: Trotz seines Alters ist das Fahrzeug erstaunlich gut erhalten. Teile des Fahrwerks wirken nach Angaben von Fachleuten nahezu neuwertig, selbst Reste der ursprünglichen Tarnlackierung sind noch zu erkennen. Nach dem 2. Weltkrieg verscharrten vermutlich die Alliierten das Relikt mit weiterem Kriegsschrott, vermuten Archäologen.
Der Panzer aus dem 2. Weltkrieg kommt ins Museum
Nun wurde es rund 80 Jahre später geborgen, teilte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit. Militärhistoriker glauben, dass das StuG III auch im Einsatz war, vermutlich in Nordfrankreich. Dr. Gerhard Bauer vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr: „Wir freuen uns sehr, diesen historisch wertvollen Fund übernehmen zu dürfen. Das Sturmgeschütz ist ein aussagekräftiges Zeugnis des Zweiten Weltkrieges und des Umgangs mit seinen Hinterlassenschaften nach 1945.“ Noch ist das 29 Tonnen schwere Wrack sicher vor dem unbefugten Zugriff Dritter auf dem Gelände gesichert.
Das geborgene Fahrzeug soll demnächst im Deutschen Panzermuseum Munster konservatorisch behandelt werden. Dabei soll sogar die anhaftende Sandschicht möglichst erhalten bleiben. Anschließend ist eine Ausstellung im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden geplant.
Kriegsgerät im Sand verscharrt
Nach Einschätzung von Experten erzählt der Fund viel über die letzten Kriegswochen in Nordwestdeutschland. In der Region wurde bis kurz vor Kriegsende heftig gekämpft. Nicht mehr benötigtes Kriegsgerät sei anschließend häufig direkt vor Ort beseitigt oder verscharrt worden
Das StuG III gehörte zu den wichtigsten deutschen Panzerjägern des Zweiten Weltkrieges. Von dem Fahrzeugtyp wurden bis April 1945 rund 9300 Exemplare produziert. Bis das jetzt entdeckte Exemplar restauriert und der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, dürften allerdings noch mehrere Jahre vergehen.