Politik

Schon wieder! Rauchsäule steigt über Moskau auf – 15 Kilometer vom Kreml

Schon wieder! Rauchsäule steigt über Moskau auf – 15 Kilometer vom Kreml
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Moskau – Auf dem Gelände der Öl-Raffinerie Kapotnya steigen am Freitagmorgen dichte Rauchschwaden auf – nur 15 Kilometer vom Kreml entfernt. In der Nacht hatten nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin (68) mindestens 14 ukrainische Drohnen die Hauptstadtregion angegriffen. Russland behauptet, sämtliche Fluggeräte seien von der Luftabwehr abgeschossen worden. Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen das Gegenteil.

Die Raffinerie Kapotnya gilt als eine der wichtigsten Energieanlagen Russlands. Sie gehört zum Ölkonzern Gazprom Neft, verarbeitet bis zu 14 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und deckt rund ein Drittel des Kraftstoffbedarfs von Moskau. Bereits am 16. und 18. Juni wurde die Raffinerie von ukrainischen Drohnen getroffen. Die Reparatur der Schäden aus dem Juni sollte sich laut Branchenquellen bis 2027 hinziehen.

Drohnen treffen Öl- und Rüstungsindustrie

Doch nicht nur Moskau geriet in der Nacht offenbar ins Visier. Bilder in den sozialen Medien zeigen Flammen an der Öl-Raffinerie Ilski in der Region Krasnodar sowie an einem Öl-Terminal im Hafen von Taganrog. Aus der Region Rostow kursieren zudem Aufnahmen eines brennenden Öldepots in Asow. Dort soll nach ukrainischen Angaben auch das Azov-Werk für Optik und Mechanik getroffen worden sein, das unter anderem Zieloptiken, Wärmebildtechnik und andere Komponenten für das russische Militär produziert. Wegen der Angriffswelle stellten die Flughäfen in Moskau und St. Petersburg ihren Betrieb zwischenzeitlich ein.

Drohnen gegen Putins Kriegskasse

Seit Monaten greift die Ukraine mit Langstreckendrohnen gezielt tief in Russland an. Im Fokus stehen vor allem Raffinerien, Tanklager und andere Teile der Energieinfrastruktur – eine der wichtigsten Einnahmequellen des Kremls zur Finanzierung seines Angriffskriegs in der Ukraine. Dass diese Strategie Wirkung zeigt, belegt auch die Internationale Energie-Agentur (IEA): Sie senkte ihre Prognose für Russlands Ölförderung und verwies ausdrücklich auf die „anhaltenden Angriffe auf Raffinerien, Lager und Transportinfrastruktur“. Gleichzeitig führen die Angriffe zu Spritmangel in Russland selbst und sorgen so auch dafür, dass die Russen den Krieg im Alltag spüren.

Vielleicht verpasst