Politik

Sachsen-Anhalt: Erster CDU-Mann torpediert Anti-Siegmund-Plan

Sachsen-Anhalt: Erster CDU-Mann torpediert Anti-Siegmund-Plan
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Magdeburg – Es ist ein Zerwürfnis mit Ansage und der nächste Riss quer durch Sachsen-Anhalts ohnehin zerstrittene CDU! Ausgerechnet Guido Heuer, Ex-Fraktionschef und großer Gegenspieler von Noch-Ministerpräsident Sven Schulze (46), rebelliert offen gegen den AfD-Plan seiner eigenen Fraktion. Bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember werde er im Plenarsaal bleiben, wenn AfD-Spitzenmann Ulrich Siegmund antritt. Das sagte Heuer zu „Nius“.

Eine Kampfansage vor allem an Schulze, aber auch an den Rest der Partei bis hin zum Adenauerhaus! Denn die CDU-Fraktion hatte sich – mit Rückendeckung aus Berlin – darauf festgelegt, bei der MP-Wahl geschlossen raus aus dem Saal zu gehen. Damit soll eigentlich ausgeschlossen werden, dass ein CDU-Abgeordneter Siegmund heimlich seine Stimme gibt.

Droht der Aufstand gegen Schulze?

Genau dieser Verdacht hatte die Partei bei der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch (35) zum Landtagspräsidenten nervös gemacht. Rausch wurde am 6. Oktober überraschend souverän gewählt. Wer ihm dabei die entscheidenden Stimmen gab? Wegen der geheimen Wahl nicht feststellbar. Heuers Ansage hat es deshalb in sich.

Nach der verlorenen Landtagswahl griff Noch-Ministerpräsident Schulze nach Heuers Fraktionsvorsitz und gewann die Kampfabstimmung denkbar knapp mit 8:7 Stimmen, hatte so jedoch die CDU‑Fraktion praktisch in zwei Lager gespalten. Jetzt also Heuers Retourkutsche – ausgerechnet beim heikelsten Thema. Sollten ihm weitere Abgeordnete aus seinem Lager folgen und im Dezember ebenfalls sitzen bleiben, wäre die Demütigung für Schulze perfekt: Sein demonstrativer Einheitskurs wäre vor aller Augen zerlegt.

Heuer-Kuschelfoto mit Siegmund

Und auch Sepp Müller (37) bekäme ein Problem. Der mögliche neue CDU-Landeschef steht ausdrücklich hinter dem Plan, bei der MP-Wahl den Saal zu verlassen. Dabei sorgte Heuer schon im Wahlkampf für AfD-Wirbel: Ein Foto zeigte ihn Arm in Arm mit Siegmund. Heuer sprach damals in BILD von „klarer Konfrontation, keiner Verbrüderung“. Das damalige „Kuschelfoto“ wirkt heute wie ein Menetekel.

Fakt ist: Beim CDU-Parteitag Anfang Dezember droht der große Knall um Macht, Personal und den Umgang mit der AfD. Und erst danach kommt die Ministerpräsidentenwahl.

Vielleicht verpasst