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Prozess nach Übergriffen in Freibad: Männer sollen Mädchen missbraucht haben

Prozess nach Übergriffen in Freibad: Männer sollen Mädchen missbraucht haben
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Gelnhausen – Es passierte in einem Freibad, mitten zwischen anderen Badegästen. Mehrere Mädchen (13 bis 15) sollen Ende Juni 2025 im Strudelbereich des Barbarossabads im hessischen Gelnhausen von mehreren Männern missbraucht worden sein. Seit Montag stehen zwei der mutmaßlichen Täter wegen sexueller Belästigung und Nötigung vor Gericht.

Ahmed A.-R. (19) und Fouad A.-R. (29) sind Cousins. Beim Betreten des Amtsgerichts lacht der 19-Jährige noch. Doch auf der Anklagebank verdecken beide Männer ihre Augen, wirken sichtlich nervös. Sie sind Syrer, sprechen gutes Deutsch. Beide sagen: „Ich habe nichts getan“ und lenken den Verdacht auf einen Rumänen.

Bürgermeister verharmloste Taten im TV

Am 22. Juni 2025 soll es im Barbarossabad in Gelnhausen (rund 23.000 Einwohner) zu den Vorfällen gekommen sein. Acht Mädchen hatten sich damals beim Bademeister gemeldet. Die Kinder berichteten, von Männern an Po und Brust begrapscht worden zu sein. Die Polizei ermittelte schnell fünf Tatverdächtige. Gegen drei Männer wurden die Ermittlungen eingestellt. Bei Übergriffen auf vier Mädchen hingegen reichten die Beweise laut Staatsanwaltschaft aus. Sie kamen jetzt zur Anklage.

Die Vorfälle beschäftigten damals auch die Politik. Gelnhausens Bürgermeister, Christian Litzinger (CDU), vergaloppierte sich gegenüber WeltTV und verharmloste die Taten mit der Aussage: „Bei den hohen Temperaturen liegen die Gemüter manchmal blank.“ Nach medialem Druck kündigte er an, im Freibad verstärkt die Stadtpolizei einzusetzen.

Angeklagte glauben an Verwechslung

Beim Prozessauftakt am Montag am Amtsgericht Gelnhausen beriefen sich die Angeklagten immer wieder darauf, dass die Mädchen ausgesagt hätten, dass es ein Mann mit Zahnlücke und Tattoo gewesen sei. Beides hätten sie nicht, der Täter müsse jemand anderes sein. Die Staatsanwaltschaft hält sie hingegen für schuldig. Die Mädchen hätten bei den Übergriffen „Angst und Ekel empfunden“, so die Staatsanwältin. Die Wohnungen der Männer waren durchsucht worden, Zeuginnen konnten sie anhand von Bildern als Verdächtige identifizieren.

Ahmed A.-R. (19) ist wegen sexueller Belästigung einer 13-Jährigen und einer 14‑Jährigen sowie wegen Nötigung einer 15-Jährigen angeklagt, ihm droht eine Jugendstrafe. „Ich habe nix gemacht“, sagte er vor Gericht. Sein 29-jähriger Cousin ist wegen sexueller Belästigung einer 14-Jährigen angeklagt. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Auch er behauptet, er sei nicht der Mann, den man suche.

Am 30. November soll das Urteil fallen.

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