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Per Post und mit Paketquittung: Selenskyj schickt Polens höchsten Orden nach Warschau zurück

Per Post und mit Paketquittung: Selenskyj schickt Polens höchsten Orden nach Warschau zurück
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Kiew/Warschau – Der Streit zwischen Polen und der Ukraine um die Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs verschärft sich weiter. Nachdem Polens Präsident Karol Nawrocki (43) dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) die höchste Auszeichnung des Landes aberkannt hat, schickt Selenskyj den Orden des Weißen Adlers nun demonstrativ zurück.

Auf X veröffentlichte Selenskyj Fotos des Ordens und sogar die Paket-Quittung als Beleg für die Rücksendung nach Warschau. „Heute habe ich den Orden an den Präsidenten Polens zurückgeschickt“, schrieb er. Viele Ukrainer hätten die Auszeichnung als Ehrung „für das ukrainische Volk und unsere Armee“ verstanden. „Ich bin überzeugt, dass die Zukunft zeigen wird, dass die Ukrainer den Respekt erhalten, den sie verdienen.“

Polens Präsident entzieht Selenskyj höchsten Orden

Selenskyj hatte den Orden des Weißen Adlers 2023 für seine Verdienste um die Sicherheit Europas und die polnisch-ukrainische Zusammenarbeit erhalten. Nawrocki entzog ihm die Auszeichnung am Freitag, nachdem Selenskyj einer ukrainischen Militäreinheit den Ehrennamen der Ukrajinska Powstanska Armija (UPA, Ukrainische Aufstandsarmee) verliehen hatte. Diese Aufstandsarmee wird in Polen für die Massaker an Zehntausenden polnischen Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich gemacht. Der ukrainische Präsident reagierte mit scharfer Kritik. Wenn Persönlichkeiten wie Benito Mussolini oder Katharina die Große ihre Auszeichnungen behalten dürften, werde die Ukraine darüber keinen Streit anfangen, erklärte er. Zugleich bedankte sich Selenskyj beim polnischen Volk für dessen Unterstützung seit Beginn des russischen Angriffskrieges.

Tusk warnt: Der Streit freut nur Putin

Polens Ministerpräsident Donald Tusk (69) mahnte beide Seiten zur Zurückhaltung. Der Konflikt zwischen Warschau und Kiew freue vor allem Kremlchef Wladimir Putin (73) und schade beiden Ländern, warnte er. Auch aus Kiew kam heftiger Widerspruch. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (51) nannte die Aberkennung einen „strategischen Fehler“, von dem nur Russland profitiere. Mehrere ukrainische Spitzenvertreter kündigten an, ihre polnischen Auszeichnungen ebenfalls zurückzugeben.

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