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Nach Auftritt bei Trump-Show: Betriebsratschefin von VW rechnet mit Boss von Audi ab

Nach Auftritt bei Trump-Show: Betriebsratschefin von VW rechnet mit Boss von Audi ab
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Wolfsburg – Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner (57) bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump (80) sorgt für massive Kritik innerhalb des VW-Konzerns. Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo (51) findet deutliche Worte für das Verhalten des Managers.

„Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie – und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe“, sagt Cavallo in einem internen Interview.

Wer Trumps Rede gehört habe und zugleich habe mitansehen müssen, wie Döllner zum aktiven Teil der Veranstaltung geworden sei, müsse vor „Scham im Boden versinken“, sagte Cavallo. Auch mit dem VW-Konzernvorstand geht die Betriebsratschefin hart ins Gericht. Die Führung um Oliver Blume (58) habe sich „von einer höchst zweifelhaften politischen Figur zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen“. Dass bereits erste Vergleiche zur Geschichte des Unternehmens gezogen würden, sei ein ernstes Warnsignal. Hintergrund: Volkswagen ist in der Nazi-Zeit gegründet worden und diente dem Regime von Adolf Hitler als Vorzeigeunternehmen.

Warum der Audi-Chef überhaupt bei Trump war

Auslöser der Debatte war eine überraschende Ankündigung Trumps am Samstag. In Perry im US-Bundesstaat Georgia soll ein neues Audi-Werk entstehen. Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten für dessen Unterstützung.

Die Pläne sind umfangreich: Audi will in Georgia jährlich 200.000 Sportgeländewagen der Modelle Q7, Q8 und ⁠Q9 bauen. Dafür sind Investitionen von vier Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) vorgesehen. Rund 4500 Arbeitsplätze sollen entstehen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre anlaufen.

Der Zeitpunkt ist heikel. Rund 15.000 Menschen arbeiten im Audi-Werk Neckarsulm. Doch welche Modelle dort ab 2034 vom Band laufen sollen, ist noch offen. Bis Juni 2027 muss ein Zukunftskonzept stehen. Der Konzern betont zwar, dass die Investition in den USA unabhängig von der Zukunft des Standorts Neckarsulm sei. Gleichzeitig macht das Unternehmen jedoch deutlich, woran es seine Werke messen will. Eine Audi-Sprecherin zu BILD: „Jeder Standort muss seinen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Stärke von Audi leisten.“

Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2033 ausgeschlossen. Trotzdem sinkt die Zahl der Beschäftigten. Audi baut Stellen unter anderem über Altersteilzeit ab.

Widerspruch gegen interne Audi-Leitlinien

Besonders brisant ist für Cavallo der Zeitpunkt des Auftritts. Nach ihren Angaben widerspricht er internen Audi-Leitlinien. Diese untersagen in den letzten drei Monaten vor Wahlen öffentlichkeitswirksame Termine mit Politikern, die zur Wahl stehen. Döllner habe diese Leitlinien erst vor wenigen Monaten selbst unterschrieben. Deshalb liege „sicherlich ein klarer Verstoß“ vor. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist ein Neubau in den USA an klare Bedingungen geknüpft. Sie wollen wissen, welche Folgen eine solche Investition für die übrigen Standorte hätte – insbesondere für die Werke in Deutschland. „Ohne ein Gesamtbild zur Planungsrunde mit dem Gesamtblick auf alle Standorte geben wir kein grünes Licht“, sagte Cavallo. Eine Zustimmung ist damit noch nicht sicher.

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