Politik

Minister von Donald Trump soll Selenskyj als „kleiner Scheißer“ beleidigt haben

Minister von Donald Trump soll Selenskyj als „kleiner Scheißer“ beleidigt haben
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Washington – Diese Enthüllung dürfte für das Weiße Haus sehr peinlich sein: Noch vor dem legendären Zusammenstoß von Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj im Februar 2025 im Oval Office soll einer der wichtigsten Minister im Trump-Kabinett auf übelste Weise über den Ukraine-Präsidenten hergezogen sein! Wie die beiden „New York Times“-Reporter Maggie Haberman und Jonathan Swan in ihrem Buch „Regime Change“ schreiben, soll US-Finanzminister Scott Bessent den ukrainischen Staatschef unter anderem als „kleinen Scheißer“ bezeichnet und Trump von einem Treffen abgeraten haben.

Bessent habe Selenskyj als Problemfall beschrieben und ihn in Anspielung auf den gleichnamigen britischen Komiker „Mr. Bean on crack“ („Mr. Bean auf Drogen“) genannt. Die Beleidigungen fielen demnach in einem Gespräch von Bessent und Trump im Vorfeld des Selenskyj-Besuchs im Weißen Haus. Bessent habe Trump empfohlen, Selenskyj erst nach Unterzeichnung des Rohstoff-Abkommens ins Weiße Haus zu lassen.

Das Abkommen war monatelang verhandelt worden. Es sah einen Investitionsfonds zum Wiederaufbau der Ukraine vor sowie die Beteiligung der USA an der Erschließung ukrainischer Rohstoffe – darunter Seltene Erden, Öl und Gas. Doch vor allem ein Punkt sorgte für Streit: Kiew wollte den Vertrag an konkrete Sicherheitszusagen der USA knüpfen, um sich gegen russische Angriffe abzusichern. Washington weigerte sich, solche Zugeständnisse zu machen.

„Ich habe diesem kleinen Scheißer gezeigt, wo's langgeht“, sagte Bessent demnach wörtlich über Selenskyj. „Mit dem ist es nicht einfach. Für die Europäer ist er so etwas wie das Sorgenkind. Und er benimmt sich wie Mr. Bean auf Crack.“

Bessent ätzte über Selenskyj: „diplomatisches Eigentor“

Dennoch einigten sich beide Seiten am 25. Februar 2025 auf einen Rahmen für den Vertrag. Am 28. sollte er eigentlich unterschrieben werden. Doch dazu kam es nicht. Nach dem öffentlichen Streit im Oval Office wurde Selenskyj de facto aus dem Weißen Haus geworfen – erst Ende April setzten beide Seiten doch noch ihre Unterschrift unter das Abkommen.

Dass es zu einer solchen Eskalation kommen könnte, sollen mehrere weitere Trump-Mitarbeiter gefürchtet haben. Nach dem politischen Fiasko sagte Bessent der Agentur Bloomberg, Selenskyj habe sich „ein diplomatisches Eigentor“ geschossen. Und weiter: „Ich war schockiert, dass Präsident Selenskyj ins Oval Office kommt, sich so benimmt, so mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten spricht und – noch wichtiger – das amerikanische Volk auf diese Weise respektlos behandelt.“

Auch früheres Gespräch in Kiew eskalierte

Dass es zwischen Bessent und Selenskyj nicht rund lief, zeigte laut den Buchautoren auch ein früheres Treffen in Kiew. Auch da sei das Gespräch komplett aus dem Ruder gelaufen. Beide Männer hätten sich 45 Minuten lang Vorwürfe gemacht. Dann habe der US-Minister gemotzt: „Was zur Hölle willst du machen?“ Die Gespräche zum Rohstoff-Deal kamen ins Stocken. Laut Haberman und Swan habe schließlich Usha Vance, die Ehefrau von JD Vance, die ukrainischen Änderungen geprüft, als „schrecklich“ bezeichnet und umfangreich überarbeitet.

Für Maggie Haberman ist es nicht die erste Enthüllung über Zustände im Weißen Haus. Die Journalistin berichtete bereits, dass Trump während seiner ersten Amtszeit Geheimdokumente im Klo heruntergespült haben soll. Und sie enthüllte, dass Trump im Midterm-Wahlkampf 2022 ein Dinner mit sich für 125.000 Dollar verkaufte.

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