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ADAC warnt: „Wir werden nicht mehr jeden retten können“

ADAC warnt: „Wir werden nicht mehr jeden retten können“
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München – Es sind Momente, in denen jede Sekunde zählt: Ein schwerer Verkehrsunfall, ein Herzstillstand, ein Intensiv-Patient, der einen Krankenwagen-Transport zeitlich nicht mehr schafft. Dann heben die 60 Hubschrauber und 670 Notärzte in ganz Deutschland ab – 50.000 Mal pro Jahr. Doch Einsparungen bei der Krankenkassen-Reform bedrohen jetzt die Luftrettung in ihrer Struktur. Frédéric Bruder (51), Luftrettungs-Chef des ADAC, warnt in BILD: Sollte die Reform so kommen, dann „werden wir nicht mehr jeden retten können“.

Es sind ein paar unscheinbare Zeilen im Gesetzentwurf, die bald über Leben und Tod entscheiden könnten. Das Sparpaket der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) bringt die gemeinnützigen Luftrettungsorganisationen wie den ADAC in existenzielle Schwierigkeiten.

Droht jetzt eine Triage bei der Luftrettung?

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Vergütung im Gesundheitswesen künftig nur noch begrenzt steigen darf. Als Maßstab dient die sogenannte Grundlohnsumme – also die Entwicklung der beitragspflichtigen Einkommen. Von 2027 bis 2029 soll sie sogar jeweils um einen Prozentpunkt reduziert werden.

Für die Luftrettung entsteht dadurch ein Problem: Ihre tatsächlichen Kosten steigen stärker als die geplante Vergütung. Gründe dafür sind höhere Ausgaben für Hubschraubertechnik, Wartung, Treibstoff, Infrastruktur und Personal.

Kosten für Luftrettung lassen sich kaum reduzieren

Anders als in vielen anderen Bereichen lassen sich diese Kosten kaum reduzieren. Die ADAC-Luftrettung muss rund um die Uhr einsatzbereit sein. Hubschrauber, Besatzungen und Standorte müssen also auch dann vorgehalten werden, wenn gerade kein Einsatz stattfindet. Von 2027 bis 2031 gäbe es deshalb eine potenzielle Refinanzierungslücke von rund 221 Mio. Euro.

Schwerkranken könnte dann sogar eine Triage drohen – die Auswahl, wer gerettet wird. Denn weil das Geld fehlt, müsste der ADAC Leistungen einschränken, Luftrettungsstationen schließen. Bei Notfällen müsste eingeschätzt werden, ob Patienten per Hubschrauber gerettet werden oder ob es die Sanitäter besser doch mit dem Krankenwagen versuchen. Frédéric Bruder (51), Vorsitzender der Geschäftsführung der ADAC-Luftrettung (60 Christoph-Hubschrauber, 670 Notärzte) sagt zu BILD: „Wer wird uns sagen, wen wir retten und wen nicht?“

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