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„Mein Schiff 3“-Crash: TUI löscht Porträts und Videos des Kapitäns

„Mein Schiff 3“-Crash: TUI löscht Porträts und Videos des Kapitäns
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Bremerhaven – Was steckt hinter dieser Maßnahme? TUI Cruises löscht einen Tag nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ Porträts und Videos von Kapitän Jan F. Schubert aus dem Netz. Erst vor sechs Wochen hatte er das Kommando übernommen. Jetzt wird untersucht, ob er mit der Entscheidung, trotz des stürmischen Wetters abzulegen, seine Sorgfaltspflicht verletzt hat.

Auf der TUI-Internetseite wird Schubert seit Montagmorgen nicht mehr unter den Kapitänen aufgeführt. Auch Facebook-Videos über seinen Werdegang vom Tellerwäscher zum Kapitän sind nicht mehr erreichbar. Auf BILD-Anfrage bestätigt die Reederei: Die Inhalte wurden vorübergehend ausgeblendet.

TUI nennt Grund für Löschung

Eine Sprecherin zu BILD: „In der aktuellen Situation konzentrieren wir unsere Kommunikation bewusst auf die relevanten Informationen zum Vorfall und bündeln diese auf unserer Website. Andere Inhalte haben wir daher vorübergehend ausgeblendet.“

Schubert hatte am 13. September das Kommando auf der „Mein Schiff 3“ übernommen. Jetzt steht seine Ablege-Entscheidung im Fokus. Nur Stunden zuvor hatte das Kreuzfahrtschiff „MSC Preziosa“ seinen Kurs geändert und in Bremerhaven direkt hinter der „Mein Schiff 3“ Schutz vor dem Sturm gesucht. Der TUI-Kreuzfahrer dagegen legte ab.

Wind und Tide drückten auf den Kreuzfahrtriesen

Zu diesem Zeitpunkt herrschte Windstärke 6, laut Beaufortskala etwa 39–49 km/h. Zugleich wurden an diesem Tag Sturmböen bis zu 95 km/h aufgezeichnet. Brisant: Die Sturmwarnung galt bis 18 Uhr. Eine Stunde nach dem Ablegen flaute der Wind merklich ab.

Hinzu kommt: Das Manöver war nicht nur wegen des starken Windes schwierig. Die „Mein Schiff 3“ legte bei auslaufender Tide ab. Das Wasser drückte den Kreuzfahrtriesen dabei zusätzlich in Richtung der Containerschiffe.

Ermittlungen gegen Kapitän Schubert

Die Wasserschutzpolizei der Polizei Bremen ermittelt gegen den Kapitän der „Mein Schiff 3“. Die Tui-Sprecherin zu BILD: „Selbstverständlich unterstützen wir die zuständigen Behörden bei der Aufklärung des Vorfalls. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu den laufenden Untersuchungen aktuell nicht äußern.“

Ein Hafenlotse war an Bord

Klar ist: Schubert war bei dem Manöver nicht allein. Zum Zeitpunkt der Kollision war ein Hafenlotse an Bord, der den Kapitän beim Ablegen berät. Später hätte ein Seelotse übernommen und das Schiff Richtung Nordsee begleitet. Doch dazu kam es nicht. Nur Minuten nach dem Ablegen von der Columbuskaje kollidierte die „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen.

Jetzt geht es auch um Millionen

Die Schäden gehen in die Millionen. Nicht nur die Reise für 2428 Passagiere ist vorbei, auch zahlreiche Container des gerammten Frachters müssen abtransportiert werden. Und mehr: Am größeren Frachter „MSC Victorine“ wurde die Backbordseite auf mehreren Metern aufgerissen. Auch die „Mein Schiff 3“ wurde stark beschädigt. Unter anderem traf es Rettungsboote. Beide Schiffe müssen in die Werft. Laut BILD-Informationen fährt der Frachter am Donnerstag ins Dock.

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