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JD Vance: Brief an Irans Hardliner – Trump droht mit Angriffen

JD Vance: Brief an Irans Hardliner – Trump droht mit Angriffen
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Washington/Teheran – Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA wagt das Weiße Haus einen überraschenden Vorstoß Richtung Iran: US-Vizepräsident JD Vance (42) hat Kontakt zu einem der mächtigsten Mullah-Hardliner in Teheran aufgenommen und damit offenbar einen neuen Versuch gestartet, die festgefahrenen Gespräche zwischen beiden Ländern wiederzubeleben.

Donald Trump (80) bestätigte den Vorstoß am Mittwoch. Vance habe ihn zuvor gefragt, was er davon halte. Seine Antwort: „Er hat mich gefragt, was ich denke, und ich sagte: Wenn du das machen willst, ist das okay.“

Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ schickte Vance einen Brief an Mohsen Rezaei (72), den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran. Rezaei ist kein Mann aus dem gemäßigten Lager: Der frühere Kommandeur der mächtigen Revolutionsgarden (IRGC) gilt als Hardliner, sein politischer Einfluss in Teheran wächst. Erst am Sonntag traf er eine Delegation aus Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei.

Rezai kommandierte während des Kriegs gegen den Irak (1980–1988) die IRGC sowie die ihnen unterstellte Basidsch-Miliz. In dieser Frühphase der Islamischen Republik befanden sich die Revolutionsgarden und die regulären iranischen Streitkräfte in offener Konkurrenz: Während das iranische Militär über erfahreneres Personal und überlegene Ausrüstung verfügte, stachen die IRGC durch Fanatismus und die Bereitschaft zum Märtyrertod hervor.

Rezaei ist gegen Verhandlungen mit USA

Besonders brisant: Rezaei hatte sich bislang gegen Verhandlungen mit Washington gestellt. Erst in diesem Monat soll er damit gedroht haben, iranische Angriffe auf Ziele in benachbarten arabischen Staaten auszuweiten. Dabei nannte er laut „Wall Street Journal“ unter anderem Rechenzentren und Internetkabel.

Wann genau Vance seinen Brief verschickte und was darin im Detail steht, ist bislang unklar. Nach US-Medienberichten soll er aber einen neuen Rahmen für Verhandlungen ins Spiel gebracht haben.

Bislang hatten auf iranischer Seite vor allem Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (65) und Außenminister Abbas Araghchi (63) die Gespräche geführt. Im April waren sie bei Verhandlungen in Islamabad unter anderem mit Vance sowie den US-Unterhändlern Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45) zusammengekommen. Die Gespräche dauerten insgesamt 21 Stunden.

Doch hinter dem neuen Friedensfühler steht weiterhin eine unmissverständliche Drohung aus Washington. Trump hat klargemacht, dass die USA nach den Kongresswahlen am 3. November (Midterms) auch wieder militärisch gegen Iran vorgehen könnten.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fort Myers (Florida) sagte der US-Präsident am Freitag: „Vielleicht machen wir noch eine kleine Epic Fury.“ Und weiter: „Oder sie einigen sich. Wenn sie schlau sind, sagen sie einfach: Lasst uns zur Sache kommen. Aber ich bezweifle, dass sie das tun werden, weil sie vielleicht nicht schlau sind.“ Epic Fury („gewaltiger Zorn“) ist der Codename für die gemeinsame Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran, die Ende Februar 2026 begann.

Die Botschaft aus Washington könnte damit kaum widersprüchlicher sein: Vance streckt einem iranischen Hardliner die Hand entgegen, während Trump gleichzeitig mit neuen Bombenangriffen droht.

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