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Heute Treffen mit Merz und Co.: Die Nato hat eine große Trump-Angst

Heute Treffen mit Merz und Co.: Die Nato hat eine große Trump-Angst
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Berlin – Heute geht es für das westliche Verteidigungsbündnis um alles: Beim Nato-Gipfel in Ankara kommt es zum großen Showdown zwischen US-Präsident Donald Trump (80) und den Europäern. Die Amerikaner fordern höhere Verteidigungsausgaben von Europa, die Europäer fürchten einen amerikanischen Truppenabzug. Die Sorge: Jedes Zeichen der Schwäche könnte von Russlands Herrscher Wladimir Putin (73) brutal ausgenutzt werden! Im Gespräch mit BILD-Vize Paul Ronzheimer (40) sagt Militärexpertin Claudia Major (50), welche Sorge die europäischen Nato-Mitglieder wirklich haben – und wie versucht wird, einen Trump-Knall zu verhindern.

„Der Gipfel wird sehr an ihn angepasst. Er kommt am Dienstagabend, bleibt bis Mittwochnachmittag – und alle hoffen, dass es in diesen fast 24 Stunden keine Katastrophe gibt“, so Major. Die Hoffnung sei, dass es wegen der Kürze „weniger Möglichkeiten für Katastrophen“ gebe. Das „übergeordnete Ziel dieses Gipfels ist wirklich Damage Control“, also Schadensbegrenzung für die Nato.

Das Ziel der Europäer sowie der Nato-Führung sei die Botschaft, dass das Bündnis zusammenstehe: „Kein öffentlicher Streit, kein Nachtreten, kein Beschuldigen.“ Man wolle zeigen, dass die Nato-Staaten „sich nicht auseinanderdividieren“ ließen und im Falle von Angriffen zusammenstünden.

„Abschreckung findet im Kopf des Gegenübers statt“

Denn genau das sei der Kern der Abschreckung, so Claudia Major im RONZHEIMER-Podcast: „Abschreckung findet immer im Kopf des Gegenübers statt. Alles das, was die Nato macht – die militärische Aufrüstung, die Übungen –, soll das Kalkül in Russland verändern. Das soll Russland dazu bringen, zu sagen: ‚Wenn ich das Territorium angreife, sind die Kosten für mich so viel höher als das, was ich mir erhoffe. Das lohnt sich nicht, ich lasse es lieber.‘“

Major weiter: „Wenn Abschreckung funktioniert, verändert sich das Kalkül des Gegenübers, dann ist es eine Kriegsverhinderungsstrategie. Aber das funktioniert eben nur, wenn die Fähigkeiten da sind – vom Panzer bis zur Drohne zum Soldaten. Und wenn die Botschaft klar ist, wenn wirklich alle Alliierten sagen: Polen macht dir keine Sorgen, wir stehen zusammen.“

Kann die Nato diese Botschaft wirklich an Russland schicken, wenn Trump mit einem Truppenabzug aus Europa droht und die Unterstützung der Ukraine immer wieder anzweifelt?

Brisant: Der Expertin zufolge gibt es eine Spaltung zwischen amerikanischen Militärs und ihrer Regierung. Über ihre Gespräche mit amerikanischen Militärangehörigen sagt sie bei RONZHEIMER: „Offiziell sagen sie gar nichts, weil wir natürlich das sogenannte Primat des Politischen haben. Das heißt: Das Politische entscheidet darüber, was das Militär macht (…). Aber informell sind die, mit denen ich spreche, ganz klar. Die sagen, dass die Ukraine unsere Unterstützung braucht, dass es bei der Ukraine nicht um eine Art Charity (englisch: Almosen), sondern dass es da um Europas Sicherheit geht.“

Das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sei „das große Fragezeichen“ des Gipfels, so Major. Selenskyj werde versuchen, den Amerikaner auf seine Seite zu ziehen – und habe diesmal auch gute Argumente.

Die Ukraine habe „mit den Langstreckenangriffen weit ins russische Hinterland (…) ein ziemliches Momentum generiert – nämlich in der Art, dass Putin den Krieg nicht mehr wegleugnen kann“, so Major. „Der kommt im Alltag der russischen Bürger an.“ In einem großen Teil russischer Regionen herrsche Treibstoffmangel, es entstehe erstmals der Eindruck, dass die Zeit für die Ukraine spiele. „Und die Frage ist, ob Selenskyj Trump überzeugen kann, dass die Ukraine gerade gut dasteht – und dass Trump ja immer auf der Seite der Gewinner sein will und deshalb lieber auf Seite der Ukraine sein sollte.“

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