Putlos (Schleswig-Holstein) – Tödliche Verwechslung bei der Munition. Ein GSG 9-Elitepolizist soll bei der Vorbereitung zum Schießtraining am 11. Mai auf dem Truppenübungsplatz Putlos an der Ostsee scharfe Munition mit Übungsmunition vertauscht haben. Damit erschoss er im Anschluss seinen Ausbilder. Davon geht zumindest die Staatsanwaltschaft derzeit aus.
„Nach aktuellem Ermittlungsstand vertauschte ein Angehöriger der GSG 9 mutmaßlich beim Laden einer für die Übung vorgesehenen dienstlichen Waffe Übungsmunition mit scharfer Munition“, teilte Oberstaatsanwalt Dr. Jens Buscher am Donnerstag in Lübeck mit. Und erklärte weiter: „Während der anschließenden, mit Übungsmunition vorgesehenen Übung gab dieser Trainingsteilnehmer einen Schuss mit scharfer Munition ab und traf dabei einen weiteren Angehörigen der GSG 9.“ Nach BILD-Informationen handelte es sich dabei um einen Ausbilder der Eliteeinheit der Bundespolizei.
Wie BILD weiter erfuhr, soll der Mann am Bein getroffen worden sein. Vermutlich wurde dabei eine Arterie zerstört. Der Mann starb trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch auf dem Truppenübungsplatz in Putlos (Schleswig-Holstein).
Nach Vorliegen dieser ersten Ermittlungsergebnisse gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von einem tragischen Unfall aus. Der Oberstaatsanwalt: „Gegen den schussabgebenden Polizeibeamten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet, das derzeit noch nicht abgeschlossen ist.“
Getöteter Ausbilder war Anfang 40
Die Tragödie am 11. Mai geschah bei einer gemeinsamen Übung von GSG 9 und dem Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM). Die Eliteeinheiten absolvierten ein Schießtraining. Das Opfer soll erst Anfang 40 gewesen sein. Zunächst hatte eine Mordkommission ermittelt. Geprüft wurde auch, ob die scharfe Patrone beim Entladen beziehungsweise Umstellen der Waffe auf Übungsmunition übersehen wurde. Nach aktuellem Ermittlungsstand hatte der mutmaßliche Todesschütze seine Waffe versehentlich mit scharfer Munition geladen.