Belo Horizonte (Brasilien) – Er brachte den leblosen, von schweren Verletzungen übersäten Körper seiner Ehefrau ins Krankenhaus und behauptete, sie sei von einer Treppe gestürzt. Doch die Hinweise gegen den Militärpolizisten Eduardo O. (37) werden immer erdrückender. Unter anderem soll er versucht haben, 18 Ecstasy-Tabletten im Krankenhaus in einem Mülleimer zu entsorgen.
Wie brasilianische Medien unter Berufung auf die Ermittler berichten, beobachtete ein Polizeioffizier den 37-Jährigen dabei, wie er im Krankenhaus eine kleine Metalldose mit den Tabletten wegwarf. Die Drogen wurden sichergestellt und werden nun kriminaltechnisch untersucht. Nach brasilianischen Medienberichten wird gegen Eduardo O. deshalb inzwischen auch wegen eines Drogendelikts ermittelt.
Wegen Femizid in Haft
Der Militärpolizist sitzt bereits wegen des Verdachts des Femizids in Untersuchungshaft. Er behauptet, er und seine Ehefrau Michele Leão A. (41) hätten vor ihrem Tod gemeinsam Alkohol und Ecstasy konsumiert und anschließend einvernehmlichen Sex mit Gewaltpraktiken gehabt. Außerdem sei die Polizeikapitänin mittags auf einer Treppe gestürzt und habe sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen.
Überwachungskamera zeigt den Transport
Doch die Ermittler zweifeln an dieser Darstellung. Nach Angaben der Ärzte war die 41-Jährige bereits vier bis sechs Stunden tot, als ihr Mann sie ins Hospital Odilon Behrens brachte. Im Müll des Wohnhauses fanden Kriminaltechniker außerdem einen zerbrochenen Holzstab, in der Waschmaschine entdeckten sie frisch gewaschene Bettwäsche.
Neue Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen zudem, wie Eduardo O. seine regungslose Ehefrau über der Schulter aus dem Aufzug trägt und in sein Auto legt. Wenig später fährt er mit der 41-Jährigen ins Krankenhaus.
Frühere Gewaltvorwürfe gegen den Polizisten
Auch das Umfeld der getöteten Polizeikapitänin erhebt schwere Vorwürfe gegen den 37-Jährigen. Angehörige beschrieben ihn als eifersüchtig, manipulativ und kontrollierend. Ein Cousin berichtete brasilianischen Medien, Eduardo O. habe während einer früheren Trennung das Haus der Familie gestürmt, Türen aufgerissen und Schränke durchsucht, weil er seine Ehefrau dort vermutete.
Nach Angaben der brasilianischen Polizei liegen gegen den Militärpolizisten zudem frühere Anzeigen einer Ex-Partnerin wegen mutmaßlicher häuslicher Gewalt vor. Obendrein soll er 2023 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden sein. Die Ermittler prüfen nun, ob es bereits vor dem Tod der 41-Jährigen weitere Fälle häuslicher Gewalt gegeben hat.