Esslingen (Baden-Württemberg) – Eigentlich rücken sie aus, um Brände zu löschen und Menschen zu retten. Doch dieses Mal traf es die Feuerwehr selbst: Ein Großbrand im Feuerwehrhaus von Unterensingen (5000 Einwohner) im Landkreis Esslingen (südöstlich von Stuttgart) hat einen Schaden von rund zehn Millionen Euro verursacht.
Mehrere Fahrzeuge, ein Feuerwehrboot, technisches Gerät, Ausrüstungsgegenstände und Inventar wurden durch die Flammen zerstört. Auch das Feuerwehrgebäude in Unterensingen (Baden-Württemberg) mit angeschlossenem Gerätehaus wurde schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand.
Bürgermeister ist „fassungslos“
Das Feuer-Drama erlebte auch Unterensingens Bürgermeister Robin Schmitt (42, parteilos) hautnah mit. Er sagte zu BILD: „Wir sind fassungslos, was hier passiert ist. Das ist eine Katastrophe für die Feuerwehr und den Ort. Das tut körperlich weh.“
Alarmiert wurden die Retter am Montagabend gegen 18.30 Uhr durch einen Brandmelderalarm im eigenen Feuerwehrhaus. Zudem hatten Passanten eine Rauchentwicklung am Gebäude in der Kelterstraße festgestellt und die Rettungskräfte informiert.
Explosionen im Inneren
Als die ersten der rund 140 Retter am Einsatzort eintrafen, standen der Geräteraum und die Fahrzeughalle in Flammen. Über dem Brandort stieg eine schwarze Rauchsäule auf. Da dichter Qualm durch das Gebäude zog und im Inneren Explosionen zu hören waren (durch gelagerte Gasflaschen), konnten die Einsatzkräfte zunächst nur von außen löschen.
Anwohner wurden über die Warn-App „Nina“ aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach mehr als einer Stunde hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle und konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern. Zur Unterstützung setzte die Polizei auch Drohnen ein.
Sechs Stunden wütete das Feuer
Da Teile der Dachkonstruktion einsturzgefährdet waren, mussten sie noch in der Nacht mit einem Bagger abgetragen werden. Sechs Stunden nach der Alarmierung konnte die Feuerwehr schließlich „Feuer aus“ melden, bestätigte Feuerwehrsprecher Carsten Zander gegenüber BILD.
Die Bilanz des Feuers: Zwei Löschfahrzeuge, ein Gerätewagen, ein Mannschafts-Transportwagen und ein erst wenige Monate altes mittleres Löschfahrzeug sowie das Feuerwehrhaus wurden komplett zerstört. Für die nächste Zeit ist die Feuerwehr in Unterensingen auf die Hilfe der Nachbarwehren angewiesen. Landrat Marcel Musolf: „Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister werden wir in den nächsten Tagen Lösungen für Unterensingen erarbeiten.“ Die Ermittlungen zur Ursache des Brandes laufen.