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Ex-Fed-Chef Alan Greenspan (100) ist tot

Ex-Fed-Chef Alan Greenspan (100) ist tot
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Washington – Er war der Mann, der die Börsen mit einem Räuspern bewegen konnte: Alan Greenspan, der legendäre Chef der US-Notenbank Federal Reserve, ist tot. Er wurde 100 Jahre alt. Greenspan starb am Montag an den Folgen der Parkinson-Krankheit – so bestätigte es seine Frau Andrea Mitchell, Chefkorrespondentin von NBC News in Washington. „Er war ein Riese, der die US-Wirtschaft über Jahrzehnte unter Präsidenten beider Parteien geprägt hat – und immer ehrlich genug war, seine Fehler einzugestehen“, teilte Mitchell mit.

Er leitete die Fed fast 19 Jahre lang, von 1987 bis 2006, unter vier Präsidenten von Ronald Reagan bis George W. Bush. Seine 18,5-jährige Amtszeit ist die zweitlängste in der Geschichte der amerikanischen Zentralbank.

Greenspan wurde am 6. März 1926 in New York als Sohn eines Börsenmaklers geboren, der auch Kantor in einer Synagoge war. Bevor er die Weltwirtschaft regierte, träumte er vom Ruhm als Musiker – er spielte Saxophon und Klarinette, tourte 1944 und 1945 mit der Band von Henry Jerome und wollte werden wie sein Idol Benny Goodman.

Sein berühmtester Moment: 1996 warnte er vor dem „irrational exuberance“ – dem irrationalen Überschwang der Anleger. Die Börsen stürzten kurzfristig ab – als notwendige Korrektur. Der richtige Crash kam fünf Jahre später trotzdem. „Mit ein paar Worten konnte er den Aktienmarkt in den Himmel oder in die Hölle schicken“, schrieb die Washington Post damals.

Seinen Ruf als Zauberer verlor Greenspan mit der Finanzkrise 2008. Experten machten ihn mitverantwortlich für die Immobilienblase, die die Welt an den Abgrund brachte, etwa, weil er sich für die Deregulierung der Finanzbranche eingesetzt hatte. Er selbst gestand vor dem US-Kongress einen „Fehler in meiner Weltanschauung“ ein.

Engagiert blieb er bis zuletzt. Noch im Januar 2026 sprang er dem damaligen Fed-Chef Jerome Powell und unterschrieb eine gemeinsame Erklärung gegen dessen strafrechtliche Verfolgung durch die Trump-Regierung. Denn die gefährdet die als heilig angesehene Unabhängigkeit der US-Notenbank.

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