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Dänin fotografiert ihn: Nächster Buckelwal in der Ostsee entdeckt!

Dänin fotografiert ihn: Nächster Buckelwal in der Ostsee entdeckt!
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Odense (Dänemark) – Was Touristenführerin Linda Frølund Hansen (51) am Samstagabend von der alten Brücke über dem Kleinen Belt aus fotografierte, weckt düstere Erinnerungen an Wochen voller Hoffen und Bangen, die leider kein Happy End hatten. In 55 Metern Höhe standen Linda und vier Gäste auf der Stahlkonstruktion, um von dort nach Schweinswalen unter ihnen im Meer Ausschau zu halten. Was sie stattdessen zu sehen bekamen, war deutlich größer: ein Buckelwal. Auf dem Weg nach Süden. Tiefer in die Ostsee hinein.

Nicht schon wieder.

Die „Lillebæltsbro“ verbindet die dänische Halbinsel Jütland mit der Insel Fünen. Die Brücke über den Kleinen Belt liegt etwa 150 Kilometer südlich der Insel Anholt, wo Mitte Mai der Kadaver von Buckelwal Timmy angeschwemmt wurde – nur wenige Tage, nachdem man mit einer spektakulären Rettungsaktion versucht hatte, den schwer kranken Wal wieder zurück in den Atlantik zu bringen.

Dass sich so große Wale in die Ostsee „verschwimmen“, ist ein seltenes Phänomen. Alle paar Jahre wird hier mal ein Buckelwal, Beluga oder Pottwal gesichtet. Nun schaut schon der zweite große Wal binnen weniger Wochen vorbei.

Wir dachten, es sei ein Ruderboot

„Wir suchten nach Schweinswalen, die man von hier aus oft sehen kann. Wir standen auf der Brücke und schauten hinunter ins Wasser“, sagt Touristenführerin Frølund Hansen. Dann tauchte plötzlich etwas unter der Brücke auf. Zunächst hielt die Gruppe es für die Spitze eines Ruderboots. „Aber es bewegte sich unter Wasser“, erinnert sich die Dänin. Als das Tier wieder auftauchte und blies, hatte die Gruppe keinen Zweifel mehr: Da unten schwimmt ein sehr großer Wal.

„Es ist ein Buckelwal“

„Der Wal war riesig, so groß wie eine Segelyacht“, sagt Frølund Hansen. Sie schätzt das Tier auf 15 Meter Länge. Es schwamm seelenruhig in der Ostsee Richtung Süden weiter. Auch andere Wassersportler wurden auf den Wal aufmerksam, fuhren mit Segel- und Motorbooten immer wieder neben ihm her. Dabei raten Experten dringend davon ab, sich solchen Tieren zu nähern.

Meeresbiologe und Walexperte Fabian Ritter hat weitere Videos vom Wal gesehen und meint: „Ich erkenne klar einen Buckelwal. Wenn sich das Tier wie berichtet immer sehr nah an der Oberfläche aufhält, deutet das auf jeden Fall auf Schwäche hin. Die helle Färbung des Rückens ist ein Hinweis auf massive Hautprobleme und unterstreicht den Eindruck, den der Wal insgesamt macht. Teilweise wirkt das Tier apathisch. Das sieht nicht gut aus und kann einem nur leid tun.“

Haben wir einen erneuten Fall Timmy?

Die Haut des Wals ähnelt der des kranken Timmy, der von Poel bis in die dänische See gebracht worden war, ehe er schon kurz nach seiner Freilassung starb. Sollte sich der neue Wal weiter Richtung Süden bewegen, droht ihm ein ähnliches Schicksal: Der Salzgehalt im Wasser nimmt weiter ab, die Temperaturen steigen. Kein typischer Lebensraum für Buckelwale – und deshalb so gefährlich.

Sollte der Wal weiter die Küstennähe suchen und in unsere Gewässer kommen, besteht die Gefahr der nächsten Strandung. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern schon einmal überlegen, wie man diesmal am besten reagiert …

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