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Cottbus: Versuchter Mord! Brandanschlag auf „Zelle 79“

Cottbus: Versuchter Mord! Brandanschlag auf „Zelle 79“
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Cottbus (Brandenburg) – In der Nacht zum Donnerstag flogen Brandsätze gegen ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus. Unbekannte warfen mehrere Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten gegen die Fassade der „Zelle 79“. Die Polizei konnte einen kleinen Brand löschen. Verletzt wurde niemand – doch Menschen hielten sich zur Tatzeit im Haus auf. Die Bewohner schliefen und waren wehrlos. Deshalb ermitteln die Beamten jetzt wegen versuchten Mordes.

Die Polizei geht davon aus, dass die zwei Tatverdächtigen aus der rechtsextremen Szene kommen. Der Staatsschutz hat gemeinsam mit der Mordkommission eine Ermittlungsgruppe gegründet. Der Schutz des Wohnprojekts wird verstärkt.

Bewohner konfrontierte Angreifer

Bewohner Fabi Buchholz berichtet über Instagram: „Ich schlief bereits fest, als mich ein Knall weckte. In Sekunden war ich am Fenster. Dort rief ich den zwei Angreifern zu, sie sollten verschwinden, und habe die Kamera auf sie gerichtet. Sie schrien zurück, dass wir herunterkommen sollen. Danach und damit im vollen Wissen darüber, dass Menschen im Haus sind, haben sie die Brandsätze geworfen.“

Die Angreifer sollen etwa 15 bis 20 Jahre alt und schwarz gekleidet gewesen sein. Einer trug eine Tätowierung am linken Unterarm und eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube, der andere ein Langarm-Shirt mit weißem Aufdruck auf der Brust.

Cottbus ist Hotspot für rechte Gewalt

Der Anschlag ereignete sich während der Christopher-Street-Day-Aktionswochen in Cottbus (Brandenburg). Die Bewohner des Wohnprojekts hatten am Haus ein CSD-Plakat und eine Regenbogenflagge aufgehängt. Lukas Pellio, Sprecher der Initiative Sichere Orte, sagte: „Dieser Brandanschlag ist ein Angriff auf queeres Leben in Cottbus. Es wird wieder einmal deutlich, mit welchem Selbstbewusstsein und mit welcher Skrupellosigkeit die rechte Szene in Cottbus agiert.“ Cottbus gilt als Zentrum des Rechtsextremismus in Brandenburg. Im Frühjahr waren ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge geschmiert worden. In den Flur eines anderen alternativen Wohnprojekts wurde eine Leuchtfackel geworfen.

Im vergangenen Jahr gab es bereits mutmaßliche Anschläge auf das Wohnprojekt „Zelle 79“. Kurz vor Silvester sei versucht worden, die Tür mit einem Böller aufzusprengen. Ein anderes Mal wurde das Haus mit Fackeln angegriffen. Die Angreifer sollen sich damals als „Adolf Hitler Hooligans“ bezeichnet haben. Fabi Buchholz stellt im Namen der Bewohner der Zelle klar: „Wir bleiben hier und wenden uns sichtbar und stark gegen rechte Einschüchterungsversuche.“

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