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Chef von ASML koppelt sein Gehalt an die Zufriedenheit der Belegschaft

Chef von ASML koppelt sein Gehalt an die Zufriedenheit der Belegschaft
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Berlin – Der Chef von Europas wertvollstem Unternehmen koppelt sein Gehalt zukünftig an ein persönliches Ziel: die Stimmung der Belegschaft zu verbessern. Christophe Fouquet (53), CEO des niederländischen Tech-Konzerns ASML, will künftig auch danach bezahlt werden, wie zufrieden seine Mitarbeiter sind. Damit will er den Unmut über den großen Umbau besänftigen. Das geht aus einem Memo an die Beschäftigten hervor, das Business Insider (gehört wie BILD zu Axel Springer) exklusiv vorliegt.

Fouquet reagiert mit dem Schritt auf die Ergebnisse einer jährlichen Umfrage, an der sich mehr als 38.000 der rund 44.000 ASML-Mitarbeiter beteiligten. Die Ergebnisse, die Business Insider einsehen konnte, zeigen: Der Mitarbeiter-Engagement-Index – ein Maß für die Zufriedenheit der Beschäftigten – sank von 78 Prozent im Vorjahr auf 73,5 Prozent in diesem Jahr.

In dem Memo schrieb Fouquet, die rückläufigen Werte „spiegeln eine Phase erheblicher Veränderungen wider“. Er räumte ein, es sei ein „aufreibendes und emotionales Jahr“ für das Unternehmen gewesen. Die Führungsspitze habe sechs Fragen aus der Umfrage ausgewählt und zu einem neuen „Workplace Experience Index“ („Index zur Arbeitsplatzqualität“) zusammengefasst. Dieser fließe in den langfristigen Bonusplan (Long-Term Incentive) für Führungskräfte ein. „In den kommenden Jahren wird er die Vergütung leitender Führungskräfte, einschließlich des Vorstands, direkt beeinflussen“, schrieb Fouquet. Die Stärkung der Unternehmenskultur und der Werte sei für ihn im kommenden Jahr eine persönliche Priorität.

Hintergrund: ASML baut gerade seine Organisationsstruktur um, um Bürokratie abzubauen. Der Konzern ist der einzige weltweit, der die hochmodernen EUV-Lithografiemaschinen für Chiphersteller wie TSMC und Intel bauen kann.

ASML ist entscheidend für KI-Entwicklung

Dass große Konzerne die Vorstandsvergütung an die Mitarbeiterzufriedenheit knüpfen, ist selten, aber nicht beispiellos. Unternehmen wie IBM und Aviva haben das Mitarbeiter-Engagement bereits zuvor in die Vergütungsziele ihrer Top-Manager aufgenommen. ASMLs Entscheidung läuft allerdings dem Zeitgeist der Big-Tech-Branche zuwider: Dort setzen einige Konzerne auf rigorose Entlassungswellen und drängen Beschäftigte zu längeren Arbeitszeiten – im Rahmen einer „Hardcore“-Arbeitskultur.

Fouquets Memo kam wenige Tage, bevor ASML seine Umsatzprognose für 2026 anhob und ankündigte, die Produktion seiner einzigartigen Lithografiemaschinen zu beschleunigen, da der KI-Boom die Nachfrage in die Höhe treibt. Die Maschinen des Unternehmens sind entscheidend für die Herstellung der modernen Halbleiter, mit denen KI-Modelle trainiert und betrieben werden. Der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren hat die ASML-Aktie in diesem Jahr um 45 Prozent steigen lassen.

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