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Brauerei macht nach 158 Jahren für immer dicht

Brauerei macht nach 158 Jahren für immer dicht
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Uslar (Niedersachsen) – Selbst bei Kaufland, Edeka und Rewe steht das traditionsreiche Bier im Regal. Trotzdem greifen Kunden immer öfter zum billigeren Schnäppchen. Die Krise in der deutschen Brauereiwirtschaft fordert ein Opfer nach dem anderen.

Nun schließt auch die Brauerei Bergbräu in Uslar (Niedersachsen). Feierabend, nach 158 Jahren. Das Geschäft funktioniert nicht mehr, denn der Verdrängungswettbewerb am Regal ist ruinös. Inhaber und Geschäftsführer Andreas Papp sagt zu BILD: „Das Bier muss inzwischen im Einzelhandel über Preis-Aktionen verkauft werden. Und die andere Ware bleibt einfach liegen. Der Kunde kauft über Aktionen und nicht mehr über die Markenverbundenheit. Da können wir als kleine Brauerei überhaupt nicht mithalten.“

Unternehmen mit langer Tradition

Die Entscheidung fällt den Verantwortlichen nicht leicht, heißt es in einer Mitteilung. Über viele Jahrzehnte sei die Brauerei Bergbräu weit mehr als ein Produktionsstandort gewesen – sie sei ein Stück Uslar, ein Ort der Begegnung und ein fester Bestandteil der regionalen Identität. Generationen von Menschen verbänden mit Bergbräu Erinnerungen, Tradition und handwerklich gebrauten Biergenuss aus der Region.

Die Gründe für das Aus der Brauerei

Doch alles Kämpfen half nicht – der Kostendruck wurde zu hoch. Wirtschaftlich arbeiten ging nicht mehr. Rohstoffe, Personal und Verpackung wurden zu teuer. „Wir machen viel über Aushilfen. Der Mindestlohn ist überhaupt nicht tragfähig“, so der Chef zu BILD. Und da sind noch die steigenden Kosten für Energie. „Der Preis für den Liter Diesel ist explodiert. Unsere Ware muss aber ausgefahren und auch zurückgeholt werden“, erklärt der 52-Jährige.

So lange wird noch Bier produziert

Am 30. September 2026 soll die letzte Produktionsphase im Unternehmen mit den verbliebenen 16 Mitarbeitern enden. Anschließend beginnt der Abverkauf der Ware direkt ab der Brauerei. Gab es Gespräche mit Investoren, um Standort und Jobs zu erhalten? „Ja, aber alle Versuche sind gescheitert. Letztendlich muss es eine Kapazitätsbegrenzung in Deutschland geben“, sagt Papp.

Krise in der Branche weitet sich aus

Seit 1868 wird in Uslar Bier gebraut: Friedrich Wilhelm Haffner legte den Grundstein für die spätere Bergbräu-Brauerei. Nach 145 Jahren in Familienhand wurde das Unternehmen 2013 verkauft. Zuletzt meldeten zwei Brauereien Insolvenz an. Zwei Betriebe mit langer Tradition: die Gräflich zu Stolberg'sche Brauerei Westheim und die Brauerei Allersheim bei Holzminden.

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