San José – Eine tödliche Schießerei hat am Sonntag (Ortszeit) die Stimmung rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA überschattet. Am San Pedro Square in der kalifornischen Großstadt San José, einem offiziellen Public-Viewing-Treffpunkt, wurde nach Polizeiangaben ein Mensch getötet. Eine weitere Person erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Schüsse fielen, nachdem das einzige WM-Spiel des Tages zwischen Südafrika und Kanada bereits beendet war. Zum Zeitpunkt der Tat lief laut Behörden keine Live-Übertragung mehr auf der Fanmeile. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Schießerei im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft oder deren Besuchern stehe.
Die Polizei von San José teilte mit, Einsatzkräfte seien zu einer Schießerei im Bereich der Kreuzung North Market Street und West Santa Clara Street gerufen worden. Ein Opfer starb demnach noch am Tatort, ein weiteres kam mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Der Vorfall werde als Tötungsdelikt untersucht.
Das sagen Augenzeugen über die Bluttat
Der San Pedro Square ist einer von mehreren Public-Viewing-Orten in der San Francisco Bay Area. Während der WM versammeln sich dort regelmäßig viele Menschen vor Großbildschirmen. Zudem befinden sich zahlreiche Bars und Restaurants auf dem Gelände. Ein Reuters-Reporter vor Ort berichtete von einem Großaufgebot der Polizei. Mehrere Streifenwagen waren demnach im Einsatz. Eine Person sei auf einer Trage, teilweise mit einem weißen Tuch bedeckt, von Einsatzkräften aus dem abgesperrten Bereich gebracht worden.
Eine Sicherheitsmitarbeiterin, die anonym bleiben wollte, sagte, sie habe den Schwerverletzten unmittelbar nach den Schüssen gesehen. Der Mann habe gestöhnt und Blut im Bereich des Halses und des oberen Rückens gehabt. Nach dem Vorfall sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab, die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Die meisten Bars in der Umgebung schlossen ihren Betrieb. Zu möglichen Tatverdächtigen oder einem Motiv schwiegen die Behörden zunächst. Auch die Identität der beiden Opfer wurde bislang nicht veröffentlicht. Die Ermittlungen dauern an.