Der Asphalt flimmert, die Freibäder platzen aus allen Nähten – und das Thermometer kennt nur noch eine Richtung: nach oben! Deutschland steckt mitten in der Hitzewelle, und jetzt dreht der Sommer sogar noch weiter auf: Glut-Temperaturen von bis zu 41 Grad drohen!
Selbst die Nächte bringen kaum noch Abkühlung. Vor allem in den Innenstädten ist die Luft drückend. Häuser heizen auf, tropische Nächte sind die Folge. An guten Schlaf ist bei diesem Wetter ohne Ventilator oder Klimaanlage nicht zu denken. Auch heute geht’s so weiter. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bleibt es wieder überwiegend sonnig bei Höchstwerten zwischen 27 und 33 Grad im Norden, ansonsten bei 34 bis 38 Grad. Zum Glutofen werden wohl vor allem der Westen und Südwesten. Dort sind nach DWD-Prognose „lokal bis 41 Grad“ drin.
Das sagt der Experte zu den Glut-Temperaturen
Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärt gegenüber BILD: „Es kommt jetzt genauso wie vorausgesagt: Die Hitzeglocke über Frankreich löst sich langsam auf – und die extreme Hitze schwappt zu uns rüber.“ Die Temperaturen kratzen nach seiner Prognose in den nächsten Tagen an der 40-Grad-Marke, könnten sie aber auch knacken. „Es geht richtig zur Sache.“ Die Nächte in Städten würden bis zu 28 Grad warm.
„Ich bin gespannt, wie ich die Hitze wegstecke“, gesteht der Wetterexperte. Tagsüber will er dem Hitzesommer vor allem mit viel Flüssigkeit begegnen. „Man schwitzt ja viel aus. Aber den goldenen Tipp habe ich auch nicht. Wir haben bei uns in der Ecke Bonn aktuell 30 Grad in der Wohnung und keine Klimaanlage.“
Unwetter und extreme Hitze am Wochenende
Zumindest denkt Brandt jetzt aber darüber nach, eine anzuschaffen. Denn auch am Freitag sind laut DWD-Prognose in Deutschland wieder Höchstwerte zwischen 31 und 38 Grad möglich. Im Westen und Südwesten sind erneut bis zu 41 Grad angekündigt. Am Samstag soll es dann bei ähnlichen Temperaturen „sehr heiß bis extrem heiß“ werden. Aber Vorsicht: An beiden Tagen sind ab dem Nachmittag auch Schauer und Gewitter möglich, lokal möglicherweise sogar Unwetter mit Starkregen und Hagel.
Aber selbst wenn Wolken die Sonne am Himmel vorübergehend in den Schatten stellen sollten – es bleibt heiß! Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Jetzt kommen die Gluttage!“ Ein Begriff, den er auf seiner neuen Wetterskala festgehalten hat: „Bislang galten 25 Grad als Sommertag, ab 30 Grad sprach man von einem Hitzetag, ab 35 Grad von einem Wüstentag.“
Wann die Hitzewelle eine Pause macht
Für Jung steht fest: „Zwei, vielleicht sogar drei 40-Grad-Tage am Stück – das hat es in Deutschland noch nie gegeben!“ Erst nächste Woche könnte die Hitzewelle eine kleine Verschnaufpause einlegen – mit Temperaturen um die 25 Grad. Völlig offen ist aber, wie es danach weitergeht. Viele blicken deshalb bereits auf den kommenden Samstag. Dann ist nämlich Siebenschläfertag, der laut Bauernregel entscheidet, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen wird.