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WM 2026: Er will ein Zeichen setzen: Regenbogen-Katari sorgt für WM-Aufsehen

WM 2026: Er will ein Zeichen setzen: Regenbogen-Katari sorgt für WM-Aufsehen

San Francisco — Eine wirklich außergewöhnliche WM-Botschaft! Dr. Nasser Mohamed (38) steht vor dem Chase Center, wo sonst NBA-Gigant Golden State Warriors spielt. Mehrere Hundert Fußball-Fans stehen um ihn herum. Hinter ihm auf der Großleinwand läuft das WM-Spiel zwischen England und Kroatien. Für ihn ist dieser Moment mehr als nur ein Fußballfest. Denn er will ein Zeichen setzen bei der Weltmeisterschaft!

Nasser Mohamed trägt einen traditionellen katarischen Bisht – an den Ärmeln seiner gold-schwarzen Robe leuchten Regenbogenverzierungen. Außerdem stehen dort die arabischen Wörter für „Liebe“ und „Freiheit“. Er sagt der Nachrichtenagentur AP, die ihn in diesem besonderen Moment begleitet: „Deshalb ist die Weltmeisterschaft so kraftvoll: Die Menschen müssen nicht erfahren, wer ich bin – ich kann einfach gehen, gesehen werden, und das war’s.“

Er will ein Zeichen setzen: Regenbogen-Katari sorgt für WM-Aufsehen

Vor vier Jahren fand die Weltmeisterschaft in seiner Heimat Katar statt. Damals lebte Mohamed bereits in San Francisco. Dort hatte er sein Coming-out und wurde zu einem äußerst seltenen offen schwulen Mann aus Katar. In seinem Land ist gleichgeschlechtlicher Sex verboten. Außerdem darf er sich dort nicht so kleiden, wie er möchte. Deshalb will er sich für Menschen einsetzen, die nach seiner Ansicht keine Stimme haben, wie die AP berichtet. In San Francisco fühle er sich inzwischen sicher genug, selbstbewusst und ohne Angst vor Übergriffen durch die Straßen zu gehen – in Stiefeln mit klobigen Absätzen, mit Mascara und großen Ohrringen.

„Ich habe das hier seit meiner Kindheit in Katar nicht mehr getragen, und San Francisco hat es mir wieder über die Schultern gelegt – zusammen mit Regenbögen.“ Den Bisht bewusst in der Öffentlichkeit zu tragen, ist für ihn ein wichtiges Symbol, wie er sagt. „Der Emir von Katar hat es Messi bei der letzten Weltmeisterschaft übergestreift, um Messi zu feiern. Auch wir sollten gefeiert werden.“

Nasser Mohamed ist LGBTQ+-Aktivist und Hausarzt, der HIV-Patienten behandelt. „Dr. Nas“ – wie er genannt wird – startete deshalb im Vorfeld der Weltmeisterschaft und des Pride-Monats seine Kampagne „Love is the Goal“. Nach seinen Angaben soll sie dazu beitragen, alle teilnehmenden Menschen in ihrem Menschsein zu würdigen.

In einem Video verbindet Mohamed Fußballsprache mit Botschaften über die Liebe. So heißt es dort: „Liebe ist der Anpfiff, der allererste Ballkontakt“, während jemand anderes ergänzt: „Liebe ist die Vorlage, dich genau dort zu finden, wo du bist.“

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