Olching – Das Aus eines bekannten Traditionsbetriebs ist besiegelt: Die insolvente Bäckerei-Kette wurde verkauft, jedoch nicht alle Filialen übernommen. Einige Standorte des 1889 gegründeten Unternehmens haben bereits dichtgemacht – auch die zentrale Backstube hat die Produktion eingestellt. Für viele Mitarbeiter und Kunden ist das eine bittere Nachricht.
Bei der Pleite-Kette handelt es sich um Rackls Backstubn. Der bayerische Familienbetrieb hatte Ende vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, seit dem 1. Dezember läuft das Verfahren. Jetzt steht fest: „Insgesamt werden zehn Filialen komplett geschlossen. Auch der Produktionsstandort an der Johann-G.-Gutenberg-Straße in Olching, mit dem Sitz der Verwaltung sowie der Backstube, musste schließen“, sagt Sanierungsexperte Tobias Sorg (45) von dmp solutions zu BILD. Mit dem Standort in Olching (Bayern) verschwindet das Herzstück des Unternehmens. Nach Angaben des Wirtschaftsjuristen konnten für ihn „leider keine Fortführungslösungen gefunden werden“. Die Produktion wurde schon zum 31. Mai vollständig eingestellt.
Wer die Filialen der Bäckerei übernimmt
Immerhin gibt es für einen Teil des Filialnetzes eine Zukunft. Die Bäckerei Wünsche übernimmt zehn Standorte. Die Privatbäckerei Wimmer, Hasi Schmeckerbäcker und die Bäckerei Ziegler führen jeweils zwei Filialen weiter. Eine weitere Filiale geht an die Bäckerei und Konditorei Kreitmaier. Damit konnten insgesamt 17 Filialen an andere Bäckereien übergeben werden.
Die Filiale am früheren Produktionsstandort in Olching bleibt ebenfalls erhalten. Sie wird seit dem 1. Juni von einem Pächter betrieben und verkauft derzeit zugekaufte Backwaren. Eigentlich hatte Sorg gehofft, für die gesamte Rackl-Gruppe einen Käufer finden zu können. Dieses Ziel wurde jedoch verfehlt. Zum Start des Insolvenzverfahrens waren rund 470 Mitarbeiter betroffen. Wie viele davon durch die Übernahmen weiterbeschäftigt werden, ist bislang unklar.
Die Gründe für die Insolvenz
Die wirtschaftlichen Probleme hatten sich über Jahre aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens belasteten die Folgen der Corona-Pandemie, stark gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie das veränderte Kaufverhalten vieler Kunden das Geschäft. Immer mehr Verbraucher kaufen ihre Backwaren inzwischen günstiger im Discounter.