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Angst vor Krawallen! Mailand nagelt Luxus-Läden zu

Angst vor Krawallen! Mailand nagelt Luxus-Läden zu
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Mailand (Italien) – Wo sonst Touristen mit Einkaufstüten flanieren, Luxusuhren bewundern und in den Schaufenstern teure Handtaschen bestaunen, herrscht am Freitagabend eine beinahe dystopische Stimmung. Statt Shopping und Schaufensterbummel: Hämmern, Bohren, Sägen! Mailand macht dicht! Aus Angst vor neuen gewaltsamen Ausschreitungen am Samstag werden die Luxusgeschäfte der italienischen Modemetropole verbarrikadiert.

Die Angst vor einer Wiederholung der schweren Krawalle vom vergangenen Wochenende ist groß. Vermummte lieferten sich damals bei Protesten gegen die italienische Regierung, hohe Mieten, niedrige Löhne und steigende Lebenshaltungskosten Straßenschlachten mit der Polizei, errichteten brennende Barrikaden, warfen Steine und Sprengkörper. Geschäfte wurden geplündert, Schaufenster eingeschlagen – nach italienischen Medienberichten wurden 104 Polizisten verletzt.

Tod’s, Louis Vuitton, Prada und Co. nageln ihre Geschäfte zu

BILD ist am Freitagabend auf der berühmten Via Monte Napoleone unterwegs. In der Luxusmeile mit Nobelmarken wie Gucci, Dior und Louis Vuitton arbeiten Handwerker seit Stunden auf Hochtouren. Mit dicken Holz- und Metallplatten werden die Schaufenster der Boutiquen vernagelt.

Ein Handwerker, der mitten in der Nacht Spanplatten zurechtschneidet, berichtet BILD: „Wir werden vermutlich noch die ganze Nacht arbeiten. Wir haben den Auftrag bekommen bis Samstag, alles dichtzumachen.“ Wie berechtigt die Angst ist, zeigte sich bereits am vergangenen Wochenende in Frankreich: In Marseille wurde unter anderem eine Boutique von Louis Vuitton geplündert und verwüstet.

Jetzt droht der nächste Krawall-Samstag!

In sozialen Netzwerken und Telegram-Gruppen wird für Samstag erneut mobilisiert. Die Bewegung „Movimento 17 ottobre“ (deutsch: „Bewegung 17. Oktober“) hatte zunächst zu einer nicht angemeldeten Demonstration um 15 Uhr auf dem Mailänder Domplatz aufgerufen. Doch am Freitag änderten die Organisatoren plötzlich ihre Pläne! Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, wurde der ursprüngliche Treffpunkt abgesagt. Stattdessen sollen erst am Samstag um 14.30 Uhr drei neue Versammlungsorte bekannt gegeben werden. Um 15.30 Uhr soll folgen, wo sich die Gruppen zu einem gemeinsamen Demonstrationszug vereinen wollen. Wo genau die Demonstranten auftauchen werden, bleibt damit bis kurz vor Beginn unklar.

Besonders brisant: Auch rechte und rechtsextreme Gruppen mobilisieren. Laut „Il Giorno“ verbreitete der rechte Influencer Ferenc Venturelli („Eterno“) einen Link zu einer Telegram-Gruppe, die binnen zwei Stunden 500 Mitglieder gehabt haben soll. Eine weitere Gruppe namens „Commando“ rund 16.000. In den Chats kursieren gewaltverherrlichende Botschaften sowie Aufrufe gegen mutmaßliche Plünderer.

500 Elite-Soldaten sollen Mailand schützen

Aus Sorge vor Zusammenstößen zwischen gegnerischen Gruppen rüstet Mailand massiv auf. Die italienische Regierung hat 500 zusätzliche Soldaten der Elite-Fallschirmjäger-Einheit „Folgore“ nach Mailand geschickt. Gemeinsam mit Polizei und Carabinieri sollen sie am Samstag die Innenstadt sichern. Auch an Bahnhöfen sind verstärkte Kontrollen geplant, um mögliche Gewalttäter frühzeitig abzufangen.

Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala appellierte an die Geschäftsleute, ihre Läden nicht vorsorglich zu schließen. Tatsächlich sollen einige Boutiquen trotz der Barrikaden am Samstag öffnen. Ein bizarres Bild: Kunden müssten dann durch schmale Eingänge zwischen Holz- und Metallplatten in die Luxusgeschäfte gelangen.

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