Crans-Montana (Schweiz) – Ihr Mann sitzt wegen des Verdachts häuslicher Gewalt in U-Haft, sie selbst ist derzeit nicht vernehmungsfähig: Das Drama um Jessica Moretti (40) überschattet jetzt auch die Ermittlungen zur Brandkatastrophe von Crans-Montana.
In der Nacht vom 11. auf den 12. August sollen Nachbarn Schreie aus dem gemeinsamen Wohnhaus des Ehepaars Moretti in Lens gehört und den Notruf gewählt haben. Die Polizei nahm Jacques Moretti (50), Betreiber der Inferno-Bar „Le Constellation“, fest. Er soll seine Frau geschlagen und am Kopf und im Gesicht verletzt haben. Medienberichten zufolge musste Jessica Moretti ins Krankenhaus.
Seitdem sitzt Jacques Moretti erneut in Untersuchungshaft. Seine Verteidiger bestätigten gegenüber BILD „Vorfälle im Privathaus der Familie Moretti“, betonten jedoch, diese beträfen das Privatleben.
Jessica Moretti nicht vernehmungsfähig
Jetzt hat der Vorfall auch Folgen für die Ermittlungen zur Brandkatastrophe. Jessica Moretti sollte am 2. November erneut befragt werden. Laut einem psychologischen Gutachten ist sie derzeit jedoch nicht vernehmungsfähig und soll zudem eine Begegnung mit ihrem Ehemann fürchten. Die Staatsanwaltschaft entschied deshalb, sie vorerst nicht anzuhören. Jacques Moretti dagegen soll sich am 2. November in Sitten den Fragen der Ermittler stellen.
41 Tote bei Brandkatastrophe
In der Silvesternacht waren im „Le Constellation“ 41 Menschen ums Leben gekommen, weitere 115 wurden schwer verletzt. Eine Champagner-Parade mit Wunderkerzen-Fontänen hatte die Schaumstoff-Decke entzündet. Die Morettis gehören zu insgesamt 16 Personen, gegen die ermittelt wird, weil sie beim Brandschutz möglicherweise fahrlässig gehandelt oder etwas versäumt haben. Jacques Moretti war nach der Katastrophe bereits kurzzeitig in U-Haft, anschließend kamen er und seine Frau gegen Kaution und unter Meldeauflagen auf freien Fuß.