Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) â Ihr Herz stand still. 16 Sekunden lang saĂ die Frau (47) nach BILD-Informationen leblos am Steuer ihres noch fahrenden Wagens. Sie konnte weder die Kinder sehen noch war sie in der Lage, der Gruppe auszuweichen oder zu bremsen. Sie ĂŒberlebte, zwei Jungs (beide 12) sind tot â und wie sich zeigte, hatte die offenbar kranke Fahrerin schon einmal wegen eines Ă€hnlichen Vorfalls einen Unfall verursacht.
16 Sekunden. Das klingt zunĂ€chst nach nicht viel, nach einer kurzen Periode. Doch: WĂ€hrend dieser Zeitspanne macht ein Mensch drei bis vier AtemzĂŒge, geht etwa 20 bis 25 Meter, kann eine Sprachnachricht aufnehmen und versenden, mehrere SĂ€tze lesen oder ein groĂes Glas Wasser trinken. Ein fahrendes Auto wiederum kann in 16 Sekunden, je nach Geschwindigkeit, eine bemerkenswerte Entfernung zurĂŒcklegen: bei 50 km/h ganze 222 Meter!
Drei SchĂŒler mit Auto erfasst
Wie schnell die 47-JĂ€hrige bei dem tödlichen Unfall am Mittwoch gegen 7.45 Uhr in Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) unterwegs war, ist noch Teil der Ermittlungen. Sicher ist laut Polizei aber schon: Auf der HagenstraĂe kam sie plötzlich nach links ab, fuhr direkt in die Gruppe von drei SchĂŒlern, die ihr mit FahrrĂ€dern entgegenkamen, kollidierte dann noch mit mehreren geparkten Pkw.
Medizinisches GerĂ€t ĂŒberwachte HerzaktivitĂ€t
Zwei Jungen schwebten zunĂ€chst in akuter Lebensgefahr, starben kurz darauf. Das dritte Kind ĂŒberlebte leicht verletzt. Nach dem Unfall hatten die Ermittler am Körper der schwer verletzten Fahrerin ein GerĂ€t zur Ăberwachung ihrer HerzaktivitĂ€t entdeckt. Der sogenannte Eventrekorder wird z. B. bei Patienten eingesetzt, die aus ungeklĂ€rter Ursache in Ohnmacht fallen: Er misst permanent das EKG und speichert Herzrhythmusstörungen. Die Daten sollen nun ausgewertet werden.
Nach BILD-Informationen soll die Frau wĂ€hrend des tödlichen Unfalls am Mittwoch einen Herzstillstand erlitten haben, der eben 16 Sekunden andauerte. Wegen des Anfangsverdachts der fahrlĂ€ssigen Tötung wird dennoch gegen die 47-JĂ€hrige ermittelt. BILD-Recherchen ergaben zudem, dass sie vor rund einem Jahr schon einmal am Steuer in Ohnmacht gefallen war. Ihren FĂŒhrerschein verlor sie trotzdem nicht.