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Tierärztin erhebt Vorwürfe: Dänen haben Timmy vergammeln lassen

Tierärztin erhebt Vorwürfe: Dänen haben Timmy vergammeln lassen
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Anholt (Dänemark) – Seit mehr als zwei Wochen liegt Buckelwal Timmy vor der dänischen Insel Anholt am Ostseestrand. Ein Versuch, das Tier per Seil abzuschleppen und in die Hafenstadt Grenaa zu ziehen, scheiterte. Am Donnerstag soll Timmy nun vor Ort obduziert werden. „Zu spät“, sagt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies (58). Denn durch das lange Liegen sei der Wal innerlich bereits stark verwest.

Die Dänen haben unseren Timmy am Strand der Ostsee vergammeln lassen. Seit dem 14. Mai liegt der tote Wal dort. Ein Vergleich der Schwanzflosse und des sichergestellten Trackers spricht klar dafür, dass es sich um jenen Buckelwal handelt, der Deutschland bewegt hat. Endgültige Gewissheit soll ein DNA-Test bringen, dessen Ergebnis voraussichtlich in rund drei Wochen vorliegt.

„Für ein gutes Ergebnis ist zu viel Zeit vergangen“

Kirsten Tönnies hat den DNA-Vergleich eingeleitet. Die Tierärztin begleitete bereits Timmys Strandung vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern und will nun vor allem eines wissen: Woran ist der Buckelwal gestorben? Doch für eine einwandfreie Obduktion ist nach ihrer Meinung schon zu viel Zeit vergangen.

Wichtige Organe durch Verwesung bereits zerstört

Jetzt erhebt sie Vorwürfe gegen die dänischen Behörden und sagt: „Die Autopsie, die pathologische Untersuchung in Dänemark, ist schon wieder ein Versagen, denn die hätte längst stattfinden müssen. Jetzt können wir es größtenteils vergessen. Denn durch den Verwesungsprozess sind wichtige Hinweise zerstört worden. Leber, Lunge, Herz, Gehirn, Darm und andere Organe können postmortal so stark zersetzt sein, dass man Entzündungen, Blutungen oder andere Veränderungen kaum noch erkennt.“ Lediglich Netzreste im Magen könnten weitere Rückschlüsse auf Timmys Tod zulassen.

„Es ist schiefgegangen, was schiefgehen konnte“

Tönnies: „Und dann wurde noch an der Schwanzflosse, also der Fluke, gezogen. Also das meiste, was man dort hätte feststellen und untersuchen müssen, ist vermutlich nicht mehr zu erkennen.“ Bei frischen Kadavern kann man besser sehen, ob eine Verletzung zu Lebzeiten entstanden ist. Nach längerer Liegezeit können Gewebeverfärbungen, Gasbildung und Flüssigkeitsverschiebungen echte Blutergüsse imitieren oder echte Spuren verwischen. „Durch das lange Liegen ist das, was schiefgehen konnte, schiefgelaufen“, sagt die Ärztin.

Wollen die Dänen überhaupt die Todesursache klären?

Auf Anfrage von BILD antwortet Jane Hansen, Abteilungsleiterin bei der Dänischen Umweltschutzbehörde: „(…) Bei Strandungen größerer Wale – sofern die Einschätzung besteht, dass der Wal eine Beeinträchtigung darstellt und daher entfernt werden muss – ist es gängige Praxis, eine Obduktion durchzuführen und wissenschaftliche Proben zu entnehmen; auf diese Weise erhalten Forscher die Möglichkeit, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.“

Von einer konkreten Klärung der Todesursache ist bislang keine Rede. Unbeantwortet bleibt auch, warum sich Bergung und Obduktion so lange hingezogen haben.

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