Hannover â Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Kinderpornografie erschĂŒttert die AfD. Gegen einen bisherigen Kommunalpolitiker aus Hannover wird ermittelt, weil er sich kinderpornografisches Material verschafft haben soll. Der bisherige Ratsherr legte sein Mandat âaus persönlichen GrĂŒndenâ mit sofortiger Wirkung nieder.
Nicht nur das. Der Beschuldigte trat auch aus der Partei aus, wie sein Verteidiger auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die AfD Niedersachsen erklĂ€rt, dass der Mann die Partei verlassen und alle Ămter abgegeben habe. âEs trifft zu, dass derzeit bei der Staatsanwaltschaft Hannover ein Ermittlungsverfahren anhĂ€ngig ist, in welchem mein Mandant als Beschuldigter gefĂŒhrt wirdâ, sagte der Verteidiger. âIm Zuge der Ermittlungen kam es zu einer Durchsuchung bei meinem Mandanten, in der Folge zu einer Auswertung sichergestellter EndgerĂ€te.â UnabhĂ€ngig vom Ergebnis der Auswertung gelte die umfassende Unschuldsvermutung.
Entscheidender Hinweis aus den USA
Die Staatsanwaltschaft Hannover bestĂ€tigte die Ermittlungen. Ein Hinweis aus den USA brachte das Verfahren bereits im Februar 2024 ins Rollen. Laut der âHannoverschen Allgemeinen Zeitungâ schlug eine Sicherheitssoftware Alarm, als der Mann Dateien in seine private Cloud geladen habe.
Im Raum steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Anfangsverdacht des Sichverschaffens beziehungsweise Besitzes kinderpornografischer Inhalte. Im April 2024 durchsuchten Ermittler die Wohnanschrift des Beschuldigten. Dabei stellten sie DatentrĂ€ger sicher. Deren Auswertung ergab âeine geringe, einstellige Anzahl an Dateienâ, bei denen es sich um Kinderpornografie handeln könnte. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. âEs gilt weiterhin die Unschuldsvermutungâ, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Auch politisch hat der Fall Folgen. Die AfD Niedersachsen erklĂ€rte fĂŒr den Fall, dass Straftaten vorliegen, dass diese im Landesverband keinen Platz hĂ€tten: âWir haben volles Vertrauen in den Rechtsstaat und die ermittelnden Behörden.â
AfD-Landesvize Vanessa Behrendt (42) zeigte sich ĂŒber die VorwĂŒrfe âzutiefst erschĂŒttertâ. Die AfD setze sich fĂŒr den Schutz von Kindern ein, der sofortige Austritt sei daher die einzig logische Konsequenz. âJetzt muss der Rechtsstaat seine Arbeit machen. So jemand gehört nicht in die Partei, sondern vor Gerichtâ, sagte Behrendt.