Da war es im Studio plötzlich ganz still: Mitten in einer aufgeregten Debatte über Gleichberechtigung und Frauenarbeit in „Hart aber fair“ mit Louis Klamroth (36) erzählte Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel (66) sichtlich bewegt von seiner Mutter Antonie Gabriel (1922-2014) und ihrem schweres Leben.
Sein erschütternder Bericht: „Ich komme aus einer Familie, bei der ein gewalttätiger Vater alles dafür getan hat, uns davonzujagen und davonzutreiben. Meine Mutter ist Krankenschwester gewesen, Schichtdienst, und hat zwei Kinder alleine großziehen müssen. Mit einer anderen Wochenarbeitszeit als heute. Natürlich haben wir unsere Mutter auch oft in der Küche weinend sitzen gesehen, weil sie nicht mehr wusste, wie es weitergeht.“
„Diese Phase haben wir Gottseidank überwunden“
„Diese Phase haben wir Gottseidank überwunden“, berichtete der SPD-Politiker weiter. „Meine Mutter musste noch ihren Ehemann fragen, ob sie überhaupt arbeiten darf, ob sie ein Bankkonto eröffnen darf. Ist noch nicht so lange her. Das haben wir überwunden. Aber viele andere, subtilere Formen, wo die berühmte gläserne Decke da ist, die gibt’s natürlich, und natürlich mache ich mir Gedanken über die Frage: Wie kann ich meine Töchter ausstatten, dass sie diese Decke durchbrechen?“
„Wenn meine Partei nicht endlich lernt...“
Weniger emotional, aber nicht weniger engagiert nahm Gabriel die aktuelle Politik aufs Korn. Seine kompromisslose Analyse: „Unsere Wirtschaft hat enorme Probleme. Ich warte noch auf den Tag, an dem eine Partei kommt, vielleicht ist es mal meine – ich weiß ja nicht, ob es die noch lange gibt –, wo einer ein Wahlprogramm auf EINE Seite schreibt. Das, was Sie in einer Legislaturperiode durchsetzen können, was notwendig ist, passt auf eine DIN-A-4-Seite. Da sind Sie gezwungen, das so auszudrücken, dass man es auch versteht!“
Auch die SPD bekam ihr Fett weg. Gabriel sichtlich unzufrieden: „Wenn meine Partei nicht endlich lernt, dass man nicht beides zugleich sein kann, nämlich Regierung und Opposition, wenn man das zugleich macht, denken die Leute, wir haben sie nicht mehr alle!“
Noch offensiver attackierte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (46, CDU) danach SPD-Chefin Bärbel Bas (58). „Das Thema Migration ist für viele Menschen Thema Nr.1 gewesen. Das geht zum Glück massiv zurück“, stellte der wahlkämpfende Landesvater fest, warnte aber: „Sie können Erfolge haben in der Politik, so viel Sie wollen: Wenn mal ein falscher Satz kommt wie von Frau Bas, die sagt, es gab keine Einwanderung in die Sozialsysteme: Natürlich gab es das, und das gibt’s immer noch!“