Klartext, aber auch Wahrtext? Ex-MinisterprĂ€sident Roland Koch (68, CDU) hat bei Markus Lanz (57) gekonnt allen Versuchen widerstanden, hinter den GerĂŒchten um einen Austausch von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) gegen NRW-MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (50, CDU) mehr als nur ein Medienspektakel zu sehen.
Lanz hatte unvermittelt gefragt: âWas macht der Putsch gegen Friedrich Merz eigentlich?â Doch das CDU-Urgestein zuckte nicht mit der Wimper, sondern antwortete noch in der gleichen Sekunde: âEr ist Unsinn!â
âNormal, dass wir den Kanzler tauschen?â
âIch glaube, dass es im Augenblick gar niemanden gibt, auĂerhalb der groĂen Medienorgane, die darĂŒber sprechenâ, beteuerte der CDU-Politiker mit ernstem Blick. âMeine EinschĂ€tzung ist, dass in einer so extremen Krisensituation solche Diskussionen fĂŒr Menschen, die in der FĂŒhrung sind, eher normal sind.â
Lanz prustete los: âEs ist normal, dass wir den Kanzler tauschen?â Doch Koch drehte seinen Spin ungerĂŒhrt weiter: âDas ist nicht normal, aber es ist normal, dass in den Zeitungen darĂŒber geschrieben wird.â
Dann folgten Kochs wichtigste Argumente: Merz sei der einzige europĂ€ische Regierungschef, dessen Amt in den nĂ€chsten dreieinhalb Jahren sicher ist âDas Problem von Friedrich Merz ist nicht Friedrich Merz, es ist die politische Konstellation. Glaubt irgendjemand, die Sozialdemokraten verĂ€ndern sich bei einem anderen CDU-Vorsitzenden? Der Gedanke ist nicht realistisch.â
Koch will sich nicht festlegen
âDas kommt ja nicht von irgendwoherâ, wandte Lanz ein. âOh doch!â, widersprach Koch lebhaft. âIch kenne sehr viele Diskussionen, von denen ich in der Zeitung lesen durfte, die kommen von irgendwoher.â
Lanz schlieĂlich auf den Punkt: âGibt es die Diskussion nur in den Medien oder gibt es sie in der Partei?â Doch da wollte sich Koch nicht festlegen: âNicht in der ParteifĂŒhrung, nach meiner Ăberzeugung, aber woher soll ich das wissen?â