München wird Testlabor für die Zukunft der Mobilität: Uber startet gemeinsam mit dem KI-Unternehmen Autobrains und dem Chip-Giganten NVIDIA ein Robotaxi-Programm in der bayerischen Landeshauptstadt. Wie die Unternehmen auf der Technologie-Konferenz GTC Taipeh bekanntgaben, sollen künftig autonome Fahrzeuge über die Uber-App Fahrgäste befördern – ganz ohne menschlichen Fahrer.
Warum ausgerechnet München?
Igal Raichelgauz (46), CEO von Autobrains, zu BILD: „Wir haben unsere ersten KI-Taxen in Hanoi, Vietnam, gestartet, weil dort der Verkehr die größte Herausforderung ist. Was Sicherheit und Regeln betrifft, ist wiederum München die größte Herausforderung. Wer es hier schafft, schafft es überall!“
Außerdem gelte München als eines der wichtigsten Automobilzentren Europas und biete mit dichtem Stadtverkehr, Autobahnen und klaren regulatorischen Vorgaben ideale Bedingungen für den Praxistest autonomer Fahrzeuge. Bis 2028 will Autobrains in 20 europäischen Städten seine Taxis auf die Straße bringen.
Die Partner setzen dabei auf die sogenannte „Agentic AI“ von Autobrains. Anders als herkömmliche Systeme arbeitet die Software mit mehreren spezialisierten KI-Agenten, die in Echtzeit Fahrentscheidungen treffen. Technisch basiert das Projekt auf der Plattform „NVIDIA DRIVE Hyperion“, die für autonomes Fahren auf Level 4 ausgelegt ist.
In der Startphase wird das Taxi noch von Agenten überwacht
In München soll das KI-Taxi ca. ein halbes Jahr von einem Fachmann begleitet werden, der das System überwacht. Danach fahren die Autos, die mit sechs Kameras ausgerüstet sind, autonom. Der KI-Agent soll aber den Insassen sagen, was er macht. „Wenn etwa ein Spurwechsel ansteht, kündigt er das vorher an. Und die Kunden können den Agenten ansprechen“, so Raichelgauz. „Das schafft Vertrauen und Sicherheit.“
Weltweit investieren Technologie- und Automobilunternehmen Milliarden in autonome Fahrdienste. Während Robotaxis in einigen US-Städten bereits unterwegs sind, steckt die Technologie in Europa noch in den Anfängen. Mit dem Münchner Pilotprojekt wollen Uber, Autobrains und NVIDIA nun den Weg für kommerzielle fahrerlose Fahrdienste ebnen.