Nun ist es offiziell. Julian Nagelsmann nominierte den 26 Spieler umfassenden Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Fußball-WM. Bis 13.00 Uhr gab der DFB zwölf Nominierte häppchenweise via Social Media bekannt. Auf einer Pressekonferenz am Mittag nannte Nagelsmann die restlichen 14 Namen. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden.
14.12 Uhr – Baumann hatte Nagelsmann einen Achter-Pack geschenkt
Die Socken, die ihm einst Oliver Baumann schenkte, trug Julian Nagelsmann nicht aus gegebenem Anlass. „Ich dachte eigentlich, das sind die Herzsocken“, sagte der Bundestrainer: „Aber da sind Zuckerstangen drauf, habe ich gar nicht gewusst.“ Wohl aber wusste der 38-Jährige, woher die Socken stammen: Von Baumann, den er vor dem WM-Turnier nun wegen Rückkehrer Manuel Neuer (40) vom FC Bayern zur Nummer zwei im deutschen Tor runterstufte.
Baumann hatte Nagelsmann einen Achter-Pack Socken mit Motiven bei dessen Abschied von der TSG 1899 Hoffenheim 2019 geschenkt. Erst fünf Jahre später hatte Nagelsmann diese aber ausgepackt. Sieben Jahre später trug er nun das Paar mit den Zuckerstangen, als er erklären musste, warum Baumann, der mit 35 Jahren weiterhin in Hoffenheim spielt, doch nicht im WM-Tor stehen wird. „Aber es sind tatsächlich die Socken von Olli, aber die habe ich jetzt nicht deswegen angezogen“, betonte Nagelsmann.
13.52 Uhr – Sonderlob für Eintracht Frankfurts Brown
Eintracht Frankfurts Linksverteidiger Nathaniel Brown hat das WM-Ticket mit einem Extralob vom Bundestrainer erhalten. „Dein ehemaliger Klub-Trainer Dino Toppmöller hat mir vorgesagt, was du für ein wissbegieriger und lernwilliger Spieler bist. Und ich sage, ich kann es zu tausend Prozent bestätigen“, sagte Julian Nagelsmann in einem der emotionalen Video-Clips, mit denen der DFB bei Instagram auf die Nominierung für die Weltmeisterschaft einstimmte. Der 22 Jahre alte Brown hat bisher drei Länderspiele bestritten und gehörte zu den Lichtblicken einer enttäuschenden Saison des hessischen Bundesligisten. Nicht zum deutschen Aufgebot gehören Stürmer Jonathan Burkardt und Innenverteidiger Robin Koch von der Eintracht.
„Du hörst immer gut zu, du willst dich jeden Tag verbessern, du fragst nach, welche Dinge du noch besser machen kannst, um noch mehr Spielzeit zu bekommen“, sagte Nagelsmann weiter. „Manchmal glaube ich, du weißt selber nicht, wie gut du bist, was in dir steckt, welche Athletik, welche Kreativität, wie genial du in der Positionsfindung bist. Du kannst eine ganz, ganz tolle WM spielen. Glaub an dich, gib Gas!“
13.39 Uhr – „Aussage gilt“, bekräftigt Nagelsmann
Der Bundestrainer hat sich noch einmal zum Ziel bekannt, die WM gewinnen zu wollen. „Ja klar, die Aussage gilt. Es war ein entscheidendes Wort drin, ich habe gesagt, wir wollen Weltmeister werden“, antwortete der Bundestrainer bei der Kaderbekanntgabe in Frankfurt auf die Frage, ob er an seiner getroffenen Aussage nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien bei der Heim-EM 2024 festhalte. Er habe damals nicht gesagt: Wir werden Weltmeister.
„Ich glaube, dass alle Mannschaften Weltmeister werden wollen. Wir wollen das auch. Jeder Spieler, der nominiert ist, hat die Verpflichtung, das zu zeigen“, betonte der 38 Jahre alte DFB-Trainer. Zur Vorbereitung auf die Endrunde bestreitet seine Mannschaft noch ein Heimspiel am 31. Mai in Mainz gegen Finnland sowie am 6. Juni in Chicago ein Testmatch gegen die USA. In der WM-Gruppe E trifft das deutsche Team auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador.
13.27 Uhr – Ausbootung von Baumann missfällt Hoffenheim
Die TSG 1899 Hoffenheim hat mit knapper, aber deutlicher Kritik auf die Degradierung ihres Nationaltorhüters Oliver Baumann reagiert. „Am Ende ist es selbstverständlich die Entscheidung des Bundestrainers, wen er nominiert beziehungsweise aufstellt“, sagte Andreas Schicker, der Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten. „Was die Kommunikation und den Stil betrifft, kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.“
Wie längst durchgesickert war, holte Nagelsmann Keeper Manuel Neuer vom FC Bayern zurück. Der fünf Jahre jüngere Baumann, zuletzt von Nagelsmann zur Nummer 1 erklärt, rückt damit in der Torhüter-Hierarchie in der deutschen Nationalmannschaft an zweite Stelle. Baumann ist der Leidtragende in einer wochenlangen Debatte um eine Rückkehr von Neuer, dem WM-Torwart beim Titelgewinn 2014 in Brasilien. Der Hoffenheimer Kapitän hat bisher elf Länderspiele bestritten und in der WM-Qualifikation überzeugt.
Das ist das deutsche Team bei der WM
Tor:
- Manuel Neuer (Bayern)
- Oliver Baumann (Hoffenheim)
- Alexander NĂĽbel (Stuttgart)
Abwehr:
- Joshua Kimmich (Bayern)
- Nico Schlotterbeck (Dortmund)
- Nathaniel Brown (Frankfurt)
- David Raum (Leipzig)
- Waldemar Anton (Dortmund)
- Antonio RĂĽdiger (Real Madrid)
- Jonathan Tah (Bayern)
- Malick Thiaw (Newcastle)
Mittelfeld/Angriff
- Jamie Leweling (Stuttgart)
- Jamal Musiala (Bayern)
- Aleksandar Pavlović (Bayern)
- Nadiem Amiri (Mainz)
- Leon Goretzka (Bayern)
- Deniz Undav (Stuttgart)
- Kai Havertz (Arsenal)
- Maximilian Beier (Dortmund)
- Pascal Gross (Brighton)
- Nick Woltemade (Newcastle)
- Lennart Karl (Bayern)
- Felix Nmecha (Dortmund)
- Leroy Sané (Galatasaray)
- Angelo Stiller (Stuttgart)
- Florian Wirtz (Liverpool)
13.12 Uhr – Neuer wird Nummer eins, sagt Nagelsmann
Nagelsmann nimmt Rückkehrer Manuel Neuer als Nummer eins mit zur WM. „Ja, plane ich“, betonte der 38 Jahre alte DFB-Trainer bei der Vorstellung des Kaders bei einer entsprechenden Frage. „Jeder weiß, welche Aura Manu umgibt. Planen mit ihm als Nummer eins. Die Entscheidung steht so und ist in meinen Augen die richtige.“
Neuer war nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM im Juli 2024 zurückgetreten. Der aktuell angeschlagene 40 Jahre alte Weltmeister von 2014 bestritt insgesamt 124 Länderspiele und wird als Nummer eins in das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko starten. Für den Bayern-Keeper wird Oliver Baumann von der TSG 1899 Hoffenheim seinen Posten wieder räumen müssen. Es sei für Baumann ein Schlag gewesen, räumte Nagelsmann ein, sprach aber von einer „Weltklasse-1b“-Lösung. In mehreren Telefonaten habe Baumann klargestellt, dass er der Mannschaft helfen wolle. Der 35-Jährige war nach dem mehrmonatigen Ausfall von Marc-André ter Stegen zum Stammtorwart der DFB-Auswahl aufgestiegen und sollte ursprünglich als Nummer eins zur WM. Zumal Neuer immer wieder erklärt hatte, dass sein Rücktritt unumstößlich sei und Nagelsmann zunächst auf Baumann setzte.
Es habe „natürlich extrem viele Diskussionen“ gegeben, „viele Dinge, die man überlegt, hinterfragt“, sagte Nagelsmann allgemein zur Kaderauswahl. Diskutiert sei bis kurz vor knapp und versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Die sind jetzt getan“, betonte Nagelsmann: „Die internen Diskussionen sind vorbei.“
11.42 Uhr – Amiri galt als Wackelkandidat
Mittelfeldspieler Nadiem Amiri vom FSV Mainz 05 darf sich über das WM-Ticket freuen. Der 29-Jährige, der bisher neun Länderspiele bestritten hat, galt als Wackelkandidat. Nagelsmann vertraut jedoch seinem früheren Spieler, den er einst in Hoffenheim trainierte. Er erinnerte in dem Video an die gemeinsame Zeit bei der U16 im Kraichgau, als er diesen „kleinen verrückten Mittelfeldspieler gesehen habe, der alles gegeben hat. Dein Einsatz und deine Gier, Spiele zu gewinnen, brauchen wir auch beim DFB.“ Explizit würdigte Nagelsmann: „Du hast Fähigkeiten von Beginn an, aber auch als Joker, Spiele zu entscheiden. Du hast einen außergewöhnlichen Abschluss, außergewöhnliche Standards und eine außergewöhnliche Fähigkeit, Bälle zu erobern.“
10.41 Uhr – Adeyemi erhielt Absage
Der Dortmunder Karim Adeyemi fährt nicht zur WM. Das berichtet „Bild“. Der Dortmunder Angreifer stand schon bei den vergangenen Testspielen gegen Ghana und die Schweiz nicht mehr im Aufgebot. Sein bislang letztes Länderspiel machte Adeyemi im vergangenen Oktober in der WM-Qualifikation gegen Nordirland (1:0).
7.03 Uhr – Kimmich und Undav sind die ersten Spieler
Der Kapitän bekommt den ersten Zuschlag des Bundestrainers. Joshua Kimmich vom FC Bayern wurde am Morgen zum Auftakt vom DFB präsentiert. Mit kleinen Image-Filmchen, die mit Stimmen von Menschen aus dem Umfeld der Spieler und Spielszenen unterlegt sind, macht der Verband die Nominierung der einzelnen Akteure offiziell. So sagte etwa Kimmichs Frau Lina: „Lieber Joshua, alle wissen, dass du ein super Fußballer bist, aber für uns bist du noch viel mehr als das. Du bist mein bester Freund, ein fantastischer Ehemann und ein noch besserer Vater. Wir sind stolz und dankbar, zusammen mit dir eine große Familie bilden zu können. Danke, dass es dich gibt.“ Als zweiter Profi wurde Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart der Öffentlichkeit als zukünftiger WM-Fahrer vorgestellt.