Liebe Pinar Atalay, Sie moderierten das âNachtjournal Spezialâ auf RTL. Dort war die Schauspielerin Collien Fernandes zu Gast. Sie erhebt VorwĂŒrfe gegen ihren Exmann Christian Ulmen. Ob zu Recht oder zu Unrecht, oder nur zum Teil zu Recht, wird demnĂ€chst hoffentlich ein Gericht herausfinden.
Sie fragen Fernandes, ob Bundeskanzler Merz oder Vizekanzler Klingbeil sich nach dem Bekanntwerden der VorwĂŒrfe bei ihr gemeldet hĂ€tten. Die Schauspielerin antwortet, sie erhalte âviel Zuspruchâ, etwa von Politikerinnen, doch âes gab tatsĂ€chlich keinen einzigen mĂ€nnlichen Politiker, der mich kontaktiert hatâ. Das finde sie âerschreckend.â
Liebe Frau Atalay, ein Kanzler, der in einem laufenden Verfahren Partei ergreift, durch âZuspruchâ fĂŒr eine Seite, wĂŒrde durch diese Vorverurteilung des VerdĂ€chtigen sein Amt missbrauchen.
Wissen Sie, ein Vorwurf ist ein Vorwurf und erst mal keine Tatsache. Wir haben Gewaltenteilung, googeln Sie das ruhig mal. Die Politik muss sich aus der Justiz heraushalten. Und, ganz wichtig: Wenn die Aussage einer Frau gegen die Aussage eines Mannes steht, ist es nicht automatisch immer und allein schon aufgrund seiner Genitalien der Mann, der lĂŒgt. Die Wahrheit hat kein Geschlecht.
Dass man so etwas extra erklÀren muss, finde ich erschreckend.
Nichts fĂŒr ungut, Ihr
Harald Martenstein BILD-Kolumnist
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