Berlin â Jetzt geht es fĂźr die FDP um alles. Am Wochenende steht in Berlin der Entscheidungs-Parteitag an: Dort soll Wolfgang Kubicki (74) zum neuen FDP-Chef gewählt werden â und die abgestĂźrzte Partei wieder auf Kurs gebracht werden. Das Ziel: Raus aus dem Tief, zurĂźck in den Bundestag. Spätestens 2029 wollen die Freien Demokraten wieder drin sein.
Das neue Parteiprogramm ist noch in Arbeit. Doch am Wochenende sollen erste Punkte beschlossen werden, mit denen Kubicki die Wähler zurĂźckholen und die FDP retten will. BILD gibt den Ăberblick:
BĂźrokratie
⢠Die zehn teuersten Bundesvorschriften sollen bis Ende 2030 auslaufen, wenn sie nicht neu und schlanker beschlossen werden.
⢠Beantragte Genehmigungen sollen nach drei Monaten automatisch als erteilt gelten.
Jobs
⢠Die FDP fordert eine 50-Cent-Regel: Nach Abzug von Steuer und Abgaben sollen von jedem zusätzlich verdienten Euro mindestens 50 Cent beim Arbeitnehmer bleiben.
⢠Zwei Karenztage bei Krankheit: In dieser Zeit gibt es keinen Lohn. Krankenkassen sollen aber eine Zusatzversicherung anbieten kÜnnen.
⢠Befristungen ohne besonderen Grund sollen bis zu vier Jahre mÜglich sein, um Einstellungshßrden zu senken.
⢠Teilzeit soll auf besonders schutzwßrdige Fälle beschränkt werden: Kindererziehung, Pflege von AngehÜrigen oder Weiterbildung neben dem Job.
Geld
⢠Die Schuldenbremse soll wieder scharf gestellt werden, Schattenhaushalte (SondervermÜgen) abgebaut und Subventionen radikal gekßrzt werden.
⢠In den nächsten fßnf Jahren sollen mindestens 100 der 900 BundesbehÜrden wegfallen oder zusammengelegt werden.
⢠Das Steuersystem soll vereinfacht werden mit vier Stufen: 15, 25, 35 und 42 Prozent. Der Soli soll weg, Firmen hÜchstens 20 Prozent Steuern zahlen.
Rente
⢠Die FDP will den groĂen Systemwechsel: Das aktuelle Umlagesystem soll langfristig ersetzt werden durch eine Aktienrente mit individuellen Kapitalkonten, in die Pflichtbeiträge gezahlt werden mĂźssen.
⢠Das feste Rentenalter soll fallen: KĂźnftig dient es nur noch als RechengrĂśĂe dafĂźr, wie hoch die Rente ausfällt. Ab 2028 soll diese Grenze regelmäĂig steigen, wenn die Menschen statistisch länger leben.
⢠Fßr neu eingestellte Beamte soll es eine kapitalgedeckte Altersvorsorge statt der klassischen Pension geben.
Ob der Plan aufgeht, weiĂ niemand. Ex-Bundestagsfraktionsvize Gyde Jensen (36) ist sich jedenfalls sicher: âWolfgang Kubicki ist die letzte Patrone des Liberalismus.â