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Heute Entscheidung des Gerichts: Kommt Neonazi Liebich nach Deutschland?

Heute Entscheidung des Gerichts: Kommt Neonazi Liebich nach Deutschland?
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Pilsen (Tschechien) – Er sitzt im härtesten Knast Tschechiens mit über 1200 Häftlingen, meist Schwerverbrechern – und Männern. Doch schon bald könnte der deutsche Neonazi Marla Svenja Liebich (55) wieder in ein deutsches Gefängnis „ziehen“. Vielleicht sogar in eine JVA für Frauen.

Heute will das Landgericht in Pilsen (Tschechien) die Entscheidung verkĂĽnden, ob Liebich nach Deutschland ausgeliefert wird. Beantragt hatte das die Staatsanwaltschaft Halle (Sachsen-Anhalt). Liebich wĂĽrde dann in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz ĂĽberstellt werden.

Als Sven Liebich war der Rechtsextremist im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von 1,5 Jahren verurteilt worden. Danach beantragte Liebich die Änderung seines Geschlechts von männlich auf weiblich. Kritiker hielten das für pure Provokation und Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes.

Nach Verurteilung Geschlecht geändert

Am 29. August 2025 sollte Liebich die Strafe antreten – im Frauenknast in Chemnitz. Doch er flüchtete, wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst und sitzt seitdem im Gefängnis. Gegen seine Auslieferung wehrte er sich, erschien mit rot lackierten Nägeln, Lippenstift und Leo-Top zur Verhandlung. Vor Gericht sagte er, er hätte Angst, in Deutschland in ein Männergefängnis zu kommen, fürchtete sogar um sein Leben. Nach stundenlanger Verhandlung wurde die Entscheidung auf den 1. Juni vertagt.

Liebich kann Beschwerde einlegen

Wird positiv über die Auslieferung entschieden, hat Liebich noch acht Tage nach Zustellung des Bescheids Zeit, um Beschwerde beim Oberlandesgericht in Prag einzulegen. Dass er das tut, scheint wahrscheinlich. Wo Liebich am Ende seine Strafe absitzt, ist derzeit noch unklar. Er könne auch in ein Frauengefängnis kommen. Auch die Ankündigung der Behörden in Halle (an der Saale), den Geschlechterwechsel rückgängig machen zu wollen, würde daran offenbar erst einmal nicht ändern.

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