Hamburg – Im Hamburger Stadtteil Altona ist es am Donnerstagmittag zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Nahe des Hafens, am Walter-Möller-Park, sollen Zeugen den flüchtigen ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub erkannt haben. Die Polizei rückte daraufhin mit einem größeren Aufgebot an. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste zeitweise über dem Gebiet.
Nach ersten Informationen wurden mehrere Straßen rund um die Palmaille und angrenzende Bereiche kontrolliert. Der Autoverkehr staute sich zeitweise erheblich, zahlreiche Fahrer wurden überprüft. Beamte kontrollierten Fahrzeuge sowie Passanten im Umfeld des mutmaßlichen Sichtungsortes.
Die Suche in Hamburg verlief bislang jedoch ohne Erfolg. Nach Angaben aus Polizeikreisen ergaben die bisherigen Überprüfungen keinen Treffer. Zwar war kurz ein Mann festgesetzt worden, doch nach der Überprüfung seiner Personalien durfte er direkt wieder gehen. Nach BILD-Informationen könnte der Zeuge den Mann mit Staub verwechselt haben.
Es ist nicht das erste Mal, dass der gesuchte Ex-RAF-Terroristen angeblich im Bereich des Hafens gesichtet worden sein soll – früher lebte er dort in den besetzten Häusern an der Hafenstraße, seine Mutter lebt in einem Senioren-Stift in Hamburg.
Wer ist Ernst-Volker Staub?
Ernst-Volker Staub zählt zu den letzten noch flüchtigen Mitgliedern der sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Terrororganisation „Rote Armee Fraktion“ (RAF). Der 1954 geborene Staub tauchte Anfang der 1980er-Jahre in der militanten Szene ab und wird mit mehreren schweren Straftaten in Verbindung gebracht.
Die Bundesanwaltschaft wirft Staub gemeinsam mit den ebenfalls untergetauchten ehemaligen RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Daniela Klette unter anderem versuchten Mord, schweren Raub sowie Sprengstoffanschläge vor. Nach der Auflösung der RAF im Jahr 1998 sollen die drei über Jahrzehnte hinweg Raubüberfälle begangen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren.
RAF-Komplizin Klette bereits in Haft
Besonders nach der Festnahme von Daniela Klette im Februar 2024 in Berlin intensivierten die Ermittlungsbehörden die Fahndung nach Staub und Garweg erneut. Beide gelten weiterhin als flüchtig. Immer wieder gehen bei der Polizei Hinweise auf mögliche Sichtungen ein, die sich jedoch häufig nicht bestätigen.
Die RAF hatte zwischen den 1970er und 1990er Jahren mit Anschlägen, Entführungen und Morden die Bundesrepublik erschüttert. Mehr als 30 Menschen wurden durch die Taten der Terrororganisation getötet.