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Fifa verbessert Technik: Große WM-Änderung beim Abseits

Fifa verbessert Technik: Große WM-Änderung beim Abseits
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Ein besonderer Termin steht für die deutschen Nationalspieler vor ihrem ersten WM-Spiel gegen Curacao am 14. Juni in Houston an. Während des von der Fifa vorgesehenen Medien-Tages werden alle 26 Spieler gescannt. Der Vorgang dauert jeweils nur eine Sekunde. Die Technik erstellt dann 26 digitale Zwillinge mit den exakten Körpermaßen von Kapitän Joshua Kimmich (31) und Co.

Der Hintergrund: Die Fifa setzt bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko eine weiterentwickelte halbautomatische Abseitstechnik ein, um Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu minimieren.

Die erstmals zur WM 2022 in Katar eingeführte Abseitstechnik schickte die Info über eine Abseitsposition noch an den Videoassistenten (VAR). Die Linienrichter waren angewiesen, ihre Fahne bei einer von ihnen vermuteten Abseitsstellung erst nach Beendigung der Torsituation zu heben, um damit dem Schiri die Möglichkeit zu geben, die Szene nach Hinweis des VAR per Videobeweis zu checken. Die Folgen: eine teilweise lange Wartezeit für die Spieler und Zuschauer bis zur finalen Entscheidung. Und die Gefahr einer möglichen Verletzung für den Fall, dass es zwischen der Feststellung der Abseitsstellung durch die Technik und dem Torabschluss zu einem Foul mit Verletzungsfolge kommt.

Bei der WM 2026 geht das Signal bei einer eindeutigen Abseitssituation direkt an die Schiedsrichter auf dem Platz. Bedeutet: Die Linienrichter können sofort ihre Fahne heben, der Schiri kann das Spiel unverzüglich mit einem Abseitspfiff unterbrechen. Allerdings weist Johannes Holzmüller, Direktor Innovation bei der Fifa, auf die Grenzen der kamerabasierten Technik hin in Situationen, in denen Spieler etwa von anderen Spielern verdeckt würden oder sich mehrere Spieler auf engstem Raum befänden.

Zentrale Schaltstelle in Dallas

Weitere technische Innovationen bei der WM: der Aufbau einer Dateninfrastruktur, die alle 16 WM-Stadien direkt mit der zentralen Schaltstelle in Dallas verbindet. Dazu werden in allen Stadien je 16 Tracking-Kameras installiert, die pro Spiel Millionen von Daten sammeln.

Wie die 26 DFB-Stars werden mehr als 1 200 Spieler aller 48 WM-Teilnehmer vor ihrem ersten WM-Spiel gescannt und ihre Körpermaße in das halbautomatische Abseitssystem eingespeist. Beim 3-D-Check mit Abseitslinien sehen die digitalen Avatare wie die echten Spieler aus und es ist sofort erkennbar, welche Spieler sich im Abseits befinden. Eine Echtzeit-Rekonstruktion des gesamten Spiels – in der auch die Perspektiven der beiden Torhüter dargestellt werden, denen ein vermeintlich passiv im Abseits stehender Spieler die Sicht auf den Schützen versperren könnte – soll ebenfalls bei der Entscheidungsfindung helfen.

Weitere Daten liefert ein Bewegungssensor im Spielball, wodurch etwa besser zu erkennen ist, ob ein Spieler den Ball mit der Hand berührt hat oder nicht. Oder exakt in welchem Moment der Ball den Fuß des Passgebers in Richtung eines möglicherweise im Abseits stehenden Mitspielers verlässt. Mit der „Ball-out-of-Bounds“-Technologie soll zudem schnell geklärt werden, ob der Ball vor einem Treffer die Torauslinie überschritten hat und das Tor deshalb nicht anerkannt wird. Was in der Bundesliga bereits zum Spiel-Alltag gehört, bei der WM erstmals von der Fifa eingesetzt wird: die Schiri-Body-Cam.

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